Steckbrief
- Deutsche Namen
- Apfelschnecke, Gelbe Apfelschnecke, Pomacea bridgesii (Handelsname)
- Familie
- Ampullariidae (Apfelschnecken)
- Herkunft
- Amazonasbecken (Brasilien, Bolivien, Peru)
- Größe
- Bis etwa 5 cm Gehäusedurchmesser
- Lebenserwartung
- 1–2 Jahre, bei kühlerem Wasser etwas länger
- Beckengröße
- Ab 20 Liter pro Tier, 40 Liter für zwei
- Temperatur
- 20–28 °C, ideal 22–26 °C
- pH-Wert
- 7,0–8,0
- Härte
- GH 8–18 °dH, KH 4–10 °dH
- Ernährung
- Allesfresser und Resteverwerter: Biofilm, weiche Algen, Gemüse, Futtertabletten
- Verhalten
- Friedlich, gefährdet weder Fische, Garnelen noch gesunde Pflanzen
- Rechtsstatus EU
- Handel, Weitergabe und Vermehrung verboten (Durchführungsbeschluss 2012/697/EU)
- Schwierigkeit
- Einfach
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Apfelschnecke im Aquarium: Überblick
Was im Zoofachhandel lange als Apfelschnecke oder „Pomacea bridgesii“ verkauft wurde, ist nach heutigem Stand fast immer Pomacea diffusa, eine eher kleine Art der Apfelschnecken. Es gibt sie in mehreren Farbformen: gelb bzw. gold (die klassische Gelbe Apfelschnecke), elfenbein, blau, violett, magenta, schwarz und jadefarben. Das sind Zuchtformen derselben Art, keine eigenen Arten.
Apfelschnecken sind groß, neugierig und aktiv. Sie fahren ein langes Atemrohr (Sipho) zur Wasseroberfläche aus, tasten mit langen Fühlern und treiben gelegentlich eine Weile an der Oberfläche. Sie verwerten Biofilm, weiche Aufwuchsalgen und Futterreste, sind aber keine Komplettlösung gegen Algen und belasten das Wasser stärker, als ihre Größe vermuten lässt.
Wer bereits Apfelschnecken pflegt, kommt mit zwei Grundregeln weit: ein vollständig eingefahrenes Aquarium und ausreichend hartes Wasser. Fast alle Probleme, von löchrigen Gehäusen bis zu plötzlichen Todesfällen, gehen auf zu weiches Wasser, Ammoniakspitzen oder Futtermangel zurück.
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Rechtslage: das EU-Verbot für Pomacea
Seit dem 1. Januar 2013 verbietet der Durchführungsbeschluss 2012/697/EU der Kommission das Verbringen aller Pomacea-Arten in die EU und ihre Ausbreitung innerhalb der Union. Für Deutschland heißt das: Einfuhr, Handel, Tausch, Abgabe und Vermehrung von Apfelschnecken der Gattung Pomacea sind verboten. Hintergrund ist die Einschleppung pflanzenfressender Pomacea-Arten ins Ebrodelta in Spanien, wo sie Reisfelder und Feuchtgebiete schädigen.
Tiere, die du bereits besitzt, solltest du artgerecht bis zum Lebensende pflegen, ohne sie zu vermehren oder abzugeben. Setze niemals Schnecken, Gelege oder Beckenwasser in Gewässern aus. Andere Apfelschnecken-Gattungen wie Asolene oder Marisa fallen nicht unter diesen Beschluss; Marisa cornuarietis frisst allerdings Wasserpflanzen sehr gründlich. Als legale, pflanzenschonende Algenhilfe ist die Zebrarennschnecke meist die bessere Wahl.
Ein einziges ausgesetztes Gelege kann eine Population begründen. Entsorge Schnecken und Gelege ausschließlich über den Restmüll, nie über Toilette, Abfluss oder Gartenteich.
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Herkunft und natürlicher Lebensraum
Pomacea diffusa stammt aus dem Amazonasbecken, vor allem aus Brasilien, Bolivien und Peru. Sie lebt in langsam fließenden Flüssen, Sümpfen, Gräben und überschwemmten Uferzonen. Diese warmen Gewässer fallen in der Trockenzeit teils stark ab, deshalb besitzen Apfelschnecken Kieme und Lunge zugleich: Sie atmen unter Wasser und holen über den Sipho Luft an der Oberfläche.
Anders als Pomacea canaliculata oder Pomacea maculata gilt die Aquarienart nicht als Schädling im Reisanbau. Das EU-Verbot erfasst dennoch die gesamte Gattung, weil die Arten schwer zu unterscheiden sind und miteinander hybridisieren können.
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Größe und Lebenserwartung
Ausgewachsen erreicht die Apfelschnecke meist 4–5 cm Gehäusedurchmesser. In den ersten Monaten wächst sie bei ausreichend Futter und Kalzium sehr schnell. Die Zuwachsstreifen zeigen ihre Geschichte: Ein weißes, dünnes oder welliges Band markiert oft eine Phase mit zu weichem Wasser oder Mangelernährung.
Rechne mit 1–2 Jahren Lebenserwartung. Wärme beschleunigt den Stoffwechsel: Bei 28 °C frisst die Schnecke mehr, wächst schneller und altert früher als bei 22–24 °C.
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Beckengröße und Einrichtung
Für eine einzelne Apfelschnecke reichen etwa 20 Liter, für zwei Tiere oder ein Gesellschaftsbecken mit Fischen solltest du mit mindestens 40 Litern planen. Ihre Ausscheidungen entsprechen ungefähr denen eines kleinen Fisches, das gehört in die Besatzplanung.
Lass 3–5 cm Luft zwischen Wasseroberfläche und Abdeckung: Die Schnecke muss zum Atmen an die Oberfläche, und Weibchen legen ihre Gelege oberhalb der Wasserlinie ab. Eine Abdeckung ist trotzdem Pflicht, denn ausgebüxte Schnecken trocknen über Nacht aus. Sichere den Filtereinlauf mit einem Schwamm oder setze gleich einen Schwammfilter ein.
Treibt eine Apfelschnecke einige Stunden an der Oberfläche, ist meist nur Luft im Gehäuse. Treibt sie tagelang, hängt schlaff heraus oder riecht stark, ist sie vermutlich tot und muss sofort raus.
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Wasserwerte
Ein stabiles Gehäuse braucht Mineralien. In weichem oder saurem Wasser löst sich die Schale auf, beginnend an der Spitze (den ältesten Windungen), und die Schnecke verbraucht viel Energie für Reparaturen. Ziel sind ein pH-Wert über 7,0 und eine Gesamthärte ab 8 °dH. Bei weichem Leitungswasser helfen Korallenbruch im Filter, ein Stück Sepiaschale oder ein Aufhärtesalz; wie du schonend aufhärtest, steht in unserem Ratgeber pH-Wert im Aquarium erhöhen.
Wie alle Wirbellosen verträgt die Apfelschnecke kein Kupfer, das in manchen Medikamenten, Algenmitteln und Düngern steckt. Prüfe die Werte mit einem verlässlichen Wassertest fürs Aquarium und ordne sie mit unserem Überblick zu den Wasserwerten im Aquarium ein.
| Parameter | Zielbereich |
|---|---|
| Temperatur | 20–28 °C, ideal 22–26 °C |
| pH-Wert | 7,0–8,0 |
| GH (Gesamthärte) | 8–18 °dH |
| KH (Karbonathärte) | 4–10 °dH |
| Ammonium/Ammoniak, Nitrit | 0 mg/l |
| Nitrat | Unter 20 mg/l |
| Kupfer | Nicht nachweisbar |
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Futter und Fütterung
Apfelschnecken sind Resteverwerter. Sie weiden Biofilm und weiche Aufwuchsalgen von Scheiben und Deko ab, fressen Futterreste und zerfallende Pflanzenteile. In einem sauberen Gesellschaftsbecken reicht das selten: Füttere zwei- bis dreimal pro Woche gezielt zu, bei Einzelhaltung ohne Futterreste auch täglich.
Gut geeignet sind Spirulina- und Futtertabletten, Granulat für Bodenbewohner, überbrühte Zucchini, Spinat, Grünkohl oder Gurke sowie gelegentlich gefrorene Mückenlarven. Nicht gefressenes Gemüse nach 24 Stunden entfernen. Gut genährte P. diffusa lassen gesunde Pflanzen weitgehend in Ruhe; hungrige Tiere knabbern an weichen oder sich auflösenden Blättern.
- Grundfutter: Futtertabletten, Bodengranulat, überbrühtes Gemüse
- Kalzium: Sepiaschale, Korallenbruch, kalziumreiches Blattgemüse
- Ergänzung: gefrorene Rote Mückenlarven oder Artemia einmal pro Woche
- Tabu: gesalzene oder gewürzte Lebensmittel und alles mit Kupfer
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Verhalten und Vergesellschaftung
Apfelschnecken sind friedlich und für Fische, Garnelen und andere Schnecken ungefährlich. Sie sind tag- und nachtaktiv, ruhen oft mit halb geschlossenem Deckel und können einen ganzen Tag regungslos sitzen, ohne krank zu sein.
Gefährlich werden ihnen Fische, die Schnecken fressen oder belästigen: Schmerlen wie Prachtschmerle und Netzschmerle, Kugelfische, große Buntbarsche, Flusskrebse und große Goldfische zupfen an Fühlern oder knacken junge Gehäuse. Ein Kampffisch ignoriert sie meist, einzelne Männchen zwicken aber Fühler an. In Garnelenbecken fügen sie sich problemlos ein.
- Passend: kleine Salmler, Bärblinge, Panzerwelse, Otocinclus, Guppys, Red-Fire- und Amanogarnelen, Rennschnecken
- Beobachten: Kampffische, Fadenfische, Skalare
- Ungeeignet: Schmerlen, Kugelfische, große Buntbarsche, Flusskrebse, Raubschnecken (Anentome helena) bei Jungtieren
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Gelege und Vermehrung
Apfelschnecken sind getrenntgeschlechtlich, Männchen und Weibchen lassen sich am Gehäuse nicht sicher unterscheiden. Weibchen speichern Sperma über Monate, daher kann auch ein einzeln gekauftes Tier befruchtete Eier legen.
Das Gelege wird nachts oberhalb der Wasserlinie an Scheibe oder Abdeckung abgesetzt: ein fester, 3–5 cm langer Laichballen, hellrosa bis cremefarben, der mit der Zeit nachdunkelt. Bei Wärme und hoher Luftfeuchtigkeit schlüpfen die Jungschnecken nach etwa 2–4 Wochen, ein Gelege kann Dutzende bis einige Hundert Eier enthalten.
In der EU ist die Vermehrung von Pomacea verboten. Entferne jedes Gelege, sobald du es entdeckst, und entsorge es im Restmüll.
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Typische Krankheiten und Probleme
Die meisten Probleme betreffen das Gehäuse oder die Wasserqualität. Miss zuerst GH, pH, Ammonium und Nitrit. Eine tote Schnecke zersetzt sich sehr schnell und kann eine Ammoniakspitze auslösen; die Anzeichen einer Ammoniakvergiftung solltest du kennen, und tote Tiere sofort entfernen.
| Problem | Anzeichen | Erste Maßnahme |
|---|---|---|
| Gehäusekorrosion | Weiße, löchrige oder dünne Spitze | GH und pH langsam anheben, Kalzium zufüttern |
| Gehäusebruch | Loch oder Riss nach Sturz | Kalziumreiches Futter, stabile Werte; kleine Risse wachsen zu |
| Inaktiv, Deckel geschlossen | 1–3 Tage keine Bewegung | Wasser testen; oft Ruhephase, Geruch prüfen |
| Kupfervergiftung | Zurückgezogener Körper, Schaum, plötzliche Todesfälle | Große Wasserwechsel, Aktivkohle, Quelle beseitigen |
| Tod | Starker Geruch, Körper hängt heraus, loser Deckel | Sofort entfernen, Ammonium messen |
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Empfohlene Technik
Apfelschnecken brauchen nur ein stabiles Tropenbecken. Ein zuverlässiger Regelheizer hält 22–26 °C; Modelle mit genauem Thermostat vergleichen wir im Ratgeber bester Aquarium-Heizer. Dazu kommen ein strömungsarmer Filter mit gesichertem Einlauf, eine passende Abdeckung, ein Wasseraufbereiter und ein Tröpfchentest.
Suchst du vor allem legale Algenhelfer, zeigt unser Vergleich Schnecken gegen Algen, welche Arten Kieselalgen, Grünalgenbeläge und Futterreste am besten bewältigen.
Häufige Fragen
Häufige Fragen
Darf man Apfelschnecken in Deutschland noch kaufen?
Nein, nicht aus der Gattung Pomacea. Seit dem 1. Januar 2013 sind Einfuhr, Handel, Weitergabe und Vermehrung aller Pomacea-Arten in der EU durch den Durchführungsbeschluss 2012/697/EU verboten. Bereits gehaltene Tiere darfst du pflegen, aber nicht vermehren, abgeben oder aussetzen. Eine legale Alternative für die Algenkontrolle ist die Zebrarennschnecke.
Was braucht eine Apfelschnecke für eine artgerechte Haltung?
Ein eingefahrenes Becken ab 20 Litern mit Abdeckung und Luftraum, 20–28 °C, pH 7,0–8,0 und eine Gesamthärte ab 8 °dH. Füttere mehrmals pro Woche Futtertabletten, überbrühtes Gemüse und eine Kalziumquelle, vermeide Kupfer konsequent und entferne Futterreste nach einem Tag.
Ist Pomacea bridgesii dasselbe wie Pomacea diffusa?
Für Aquarianer praktisch ja. Die Aquarien-Apfelschnecke wurde jahrzehntelang als Pomacea bridgesii verkauft, heute ordnet man die Handelsform überwiegend Pomacea diffusa zu. Beide Namen bezeichnen die kleine, pflanzenschonende Apfelschnecke aus dem Amazonasgebiet.
Warum bewegt sich meine Apfelschnecke nicht mehr?
Apfelschnecken ruhen oft einen Tag oder länger, treibend oder mit geschlossenem Deckel am Boden. Miss zuerst Ammonium, Nitrit und pH. Zur Kontrolle nimmst du sie kurz heraus: Lebende Tiere ziehen sich zurück und schließen den Deckel, tote hängen schlaff heraus und riechen stark. Tote Schnecken sofort entfernen.
Fressen Apfelschnecken Pflanzen?
Gut gefütterte Pomacea diffusa lassen gesunde Pflanzen meist in Ruhe und fressen lieber Algen, Biofilm, Futterreste und abgestorbene Blätter. Hungrige Tiere knabbern an zarten Pflanzen. Große Arten wie Pomacea canaliculata oder die Paradiesschnecke Marisa cornuarietis sind dagegen echte Pflanzenfresser.
Quellen und Literatur
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