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Schwimmpflanzen im Aquarium: die 10 besten Arten und ihre Pflege

Schwimmpflanzen sind der schnellste Weg zu lebenden Pflanzen im Aquarium: kein Bodengrund, kein Einpflanzen, kein CO2. Dieser Ratgeber vergleicht die 10 Arten, die im Zoofachhandel am häufigsten angeboten werden, zeigt, welche zu Kampffischen, Garnelen und Aufzuchtbecken passen, und erklärt, wie du verhinderst, dass sie die ganze Oberfläche zuwachsen.

Schwimmpflanzen mit hängenden Wurzeln, von unten gesehen

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Warum Schwimmpflanzen ins Aquarium gehören

Schwimmpflanzen leben direkt an der Wasseroberfläche, wo Licht und das CO2 der Luft am besten verfügbar sind. Deshalb wachsen sie ohne CO2-Anlage schneller als fast jede untergetauchte Pflanze und nehmen Ammonium und Nitrat sehr effizient auf. Eine gesunde Decke aus Schwimmpflanzen ist eine der günstigsten Methoden, um zwischen den Wasserwechseln Nitrat zu senken und den Schwebealgen, die grünes Wasser verursachen, die Nahrung zu entziehen.

Sie verändern auch das Verhalten deiner Fische. Die Pflanzendecke dämpft das Licht, bietet scheuen Arten Versteckmöglichkeiten und Jungfischen Schutz vor den Alttieren. Kampffische, Fadenfische und viele Killifische nutzen Schwimmblätter zum Ruhen und für ihre Schaumnester. Die langen Wurzeln von Froschbiss oder Muschelblume werden zur Weidefläche für Garnelen und zum Versteck für Guppy-Nachwuchs.

  • Nährstoffexport: schnelles Wachstum zehrt Nitrat und Phosphat auf
  • Algenbremse: Schatten und Nährstoffkonkurrenz reduzieren grünes Wasser und Fadenalgen
  • Deckung: gedämpftes Licht und Verstecke für scheue Fische, Jungfische und Garnelen
  • Einfach: kein Bodengrund, keine Pinzette, keine CO2-Anlage
  • Günstig: eine Handvoll reicht, nach wenigen Wochen hast du genug

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Nach welchen Kriterien wir ausgewählt haben

Die folgenden Arten sind im deutschen Zoofachhandel und bei Online-Pflanzenversendern gut erhältlich, kommen mit den üblichen Bedingungen eines tropischen Aquariums zurecht und wachsen in einem kontrollierbaren Tempo. Außerdem nennen wir die Nachteile, die beim Kauf selten erwähnt werden: Pflanzen, die du kaum wieder loswirst, Arten, die Kondenswasser unter der Abdeckung schlecht vertragen, und Arten, die in der EU verboten sind.

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Schwimmpflanzen im Vergleich

Die Angaben zum Wachstum beziehen sich auf ein tropisches Becken mit mittlerem Licht und etwas Dünger. In einem schwach besetzten Becken ohne Düngung wachsen alle Arten langsamer.

Schwimmpflanzen fürs Aquarium: Blattgröße, Wachstum, Licht und Einsatz
PflanzeBlattgrößeWachstumLichtIdeal fürAchtung
Amazonas-Froschbiss (Limnobium laevigatum)1–3 cmSchnellWenig bis vielKampffische, GesellschaftsbeckenFault, wenn die Blätter unter der Abdeckung nass bleiben
Schwimmfarn (Salvinia natans, S. minima)1–2 cmSchnellMittelKleine Becken, NanosSalvinia molesta ist in der Natur stark invasiv
Phyllanthus fluitans1–2 cmMittelMittel bis vielRoter Akzent, AquascapingWird bei wenig Licht grün, verträgt kein Kondenswasser
Zwerg-Muschelblume (Pistia stratiotes)3–8 cmMittel bis schnellMittel bis vielGroße offene BeckenBraucht Abstand zur Beleuchtung
Wasserlinsen (Lemna minor)2–5 mmSehr schnellBeliebigFutter für GoldfischeKaum wieder zu entfernen
Hornfarn (Ceratopteris thalictroides)Große WedelSchnellMittelGesellschaftsbecken, JungfischeKann das ganze Becken beschatten
Hornkraut (Ceratophyllum demersum)Nadelartige TriebeSchnellWenig bis mittelAufzucht, GoldfischbeckenVerliert bei Stress Nadeln
Teichlebermoos (Riccia fluitans)Feines PolsterMittelMittel bis vielZucht, GarnelenZerfällt in Stücke, die Filter zusetzen
Algenfarn (Azolla spp.)1–2 cmSchnellMittel bis vielOffene Becken, TeicheInvasiv, niemals aussetzen
Wasserhyazinthe (Eichhornia crassipes)Sehr großSchnellVielKein AquariumIn der EU verboten

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Schwimmpflanzen für Kampffische

Für ein Becken mit Kampffisch eignen sich Schwimmpflanzen mit weichen Blättern und nicht zu langen Wurzeln. Amazonas-Froschbiss ist die erste Wahl: Der Fisch ruht darunter, das Männchen verankert sein Schaumnest zwischen den Blättern. Salvinia und Phyllanthus passen gut in kleinere Becken, ein paar Triebe Hornkraut oder eine Hornfarn-Pflanze sorgen für Deckung in der Höhe. Lass immer einen Teil der Oberfläche frei, denn der Kampffisch atmet als Labyrinthfisch atmosphärische Luft. In unserem Ratgeber zu Mitbewohnern für Kampffische findest du Arten, die eine beschattete Oberfläche ebenfalls schätzen.

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Pflege von Schwimmpflanzen

Die meisten Probleme entstehen an der Oberfläche, nicht im Wasser. Schwimmpflanzen mögen es nicht, untergetaucht, bespritzt oder dauerhaft mit einem Wasserfilm bedeckt zu werden.

  • Oberfläche beruhigen: Filterauslass zur Seite oder nach unten richten oder einen Schwimmring (zum Kreis verbundener Luftschlauch) verwenden, der die Pflanzen aus der Strömung hält.
  • Abdeckung lüften: ein kleiner Spalt reduziert das Kondenswasser, an dem Froschbiss und Phyllanthus faulen.
  • Abstand zur Lampe lassen: eine zu nahe LED kann große Schwimmpflanzen wie die Muschelblume verbrennen.
  • Düngen: Schwimmpflanzen zeigen Mängel zuerst (blasse oder gelbe Blätter, kurze Wurzeln). Ein Volldünger nach Herstellerangabe hilft meist; mehr dazu in unserem Ratgeber zum Aquariendünger.
  • Alle ein bis zwei Wochen auslichten: beim Wasserwechsel etwa ein Drittel der Decke entfernen und die kräftigsten Pflanzen behalten.
  • Ein Drittel der Oberfläche frei halten, für den Gasaustausch und für Fische, die an der Oberfläche atmen.

Sehr lange Wurzeln sind meist ein Zeichen dafür, dass die Pflanze nach Nährstoffen sucht. Eine leichte Düngung verkürzt sie oft innerhalb weniger Wochen und hält den Schwimmraum frei.

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Beispiele nach Beckengröße

Fang klein an: zwei bis drei Portionen pro Art reichen völlig, denn unter guten Bedingungen verdoppeln sie sich schnell.

  • Kampffischbecken mit 20–40 Litern: eine Handvoll Froschbiss oder Salvinia, mit einem Schwimmring in einer Ecke gehalten, dazu ein Trieb Hornkraut.
  • Gesellschaftsbecken mit 80 Litern: Froschbiss und Phyllanthus an einer Seite über einer Gruppe Perlhuhnbärblinge oder kleiner Salmler, die andere Hälfte der Oberfläche bleibt frei.
  • Offenes Becken mit 200 Litern: Zwerg-Muschelblumen und Hornfarn hinten, Froschbiss im Schwimmring und genug freie Fläche für die Wurzelpflanzen darunter.

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Schwimmpflanzen, die du meiden oder kontrollieren solltest

Wasserlinsen sind eine gute Futterpflanze für Goldfische, werden in fast jedem anderen Becken aber zur Plage: Die winzigen Blättchen kleben an Kescher, Händen und Deko und tauchen nach jedem Entfernungsversuch wieder auf. Die Wasserhyazinthe steht auf der Unionsliste invasiver gebietsfremder Arten der EU, Handel und Haltung sind in Deutschland deshalb verboten. Auch andere Schwimmpflanzen können reguliert sein; informiere dich vor dem Kauf und entsorge Aquarienpflanzen niemals in Gewässern.

Denk außerdem daran, dass eine dichte Decke den Pflanzen darunter Licht nimmt. Vergeilen deine Stängelpflanzen oder verlieren sie Farbe, lichte die Oberfläche aus oder ziehe eine stärkere Beleuchtung in Betracht: Unser Vergleich der besten Aquarium-Beleuchtung stellt passende Leuchten für Pflanzenbecken vor.

Häufige Fragen

Häufige Fragen

Welche Schwimmpflanzen eignen sich für Kampffische?

Am beliebtesten ist Amazonas-Froschbiss, gefolgt von Salvinia, Phyllanthus fluitans und Hornkraut. Ihre weichen Blätter dienen als Ruheplatz, das Männchen verankert daran sein Schaumnest. Lass immer einen Bereich der Oberfläche frei, damit der Kampffisch mühelos Luft holen kann, und halte die Pflanzen mit einem Schwimmring zusammen, wenn der Filter sie verteilt.

Brauchen Schwimmpflanzen Dünger?

In gut besetzten Becken liefern die Ausscheidungen der Fische oft genug Stickstoff, doch Kalium, Eisen und Spurenelemente fehlen häufig. Gelbe Blätter, winzige Neutriebe oder sehr lange Wurzeln deuten auf einen Mangel hin. Ein Volldünger einmal pro Woche, nach Herstellerangabe oder etwas darunter dosiert, reicht meist aus.

Warum gehen meine Schwimmpflanzen ein?

Häufigste Ursachen sind Kondenswasser unter einer geschlossenen Abdeckung, Oberflächenströmung, die sie untertaucht, Hitze einer zu nahen Lampe und Nährstoffmangel. Lüfte die Abdeckung, beruhige den Filterauslass und dünge ausgewogen. Entferne faulende Blätter sofort, damit sie das Wasser nicht belasten.

Sind Wasserlinsen im Aquarium sinnvoll?

Wasserlinsen wachsen extrem schnell, binden Nährstoffe und werden von Goldfischen und anderen pflanzenfressenden Fischen gern gefressen. Der Nachteil: Einmal eingeschleppt, wirst du sie kaum wieder los, und sie können die gesamte Oberfläche zudecken. Ohne Fische, die sie fressen, sind Froschbiss oder Salvinia die bessere Wahl.

Helfen Schwimmpflanzen gegen Algen?

Oft ja. Sie wachsen schnell, nehmen Nitrat und Phosphat auf und beschatten das Wasser, sodass Algen, besonders Schwebealgen, weniger Ressourcen bleiben. Allein lösen sie das Problem aber nicht: Überfütterung, eine zu lange Beleuchtungsdauer und seltene Wasserwechsel musst du trotzdem abstellen.

Quellen und Literatur

Verfasst und geprüft von der handsoffmyhobby-Redaktion gemäß unseren redaktionellen Richtlinien.

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