Artenporträt

Goldfisch: Pflege und Haltung im Aquarium und Teich

Carassius auratus

Der Goldfisch ist für viele der erste Fisch überhaupt, und zugleich der am häufigsten falsch gehaltene. Er wird groß, lebt weit über zehn Jahre und produziert viel Abfall. Hier erfährst du alles zur Goldfisch Pflege: Aquarium oder Teich, Filter, Futter, Zucht und Gesundheit.

Dicht bepflanztes Aquarium mit Steinen und feinem Kies

Steckbrief

Familie
Cyprinidae (Karpfenfische)
Herkunft
In China aus wilden ostasiatischen Karauschen gezüchtet
Größe
Zuchtformen 15–20 cm; Kometen und einfache Goldfische 20–30 cm
Lebenserwartung
10–15 Jahre, teils über 20
Aquariengröße
120 Liter für einen Zuchtgoldfisch, +40 Liter je weiterem Fisch
Einschwänzige Formen
ab 300 Liter oder Gartenteich
Temperatur
18–24 °C (im Teich deutlich darunter möglich)
pH-Wert
7,0–8,0
Gesamthärte (GH)
6–18 °dH
Karbonathärte (KH)
4–12 °dH
Ernährung
Allesfresser
Verhalten
Friedlich, gesellig, in der Gruppe halten

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Goldfisch Pflege: die Grundlagen

Der Goldfisch hat noch immer den Ruf eines Jahrmarktgewinns, der ein paar Wochen im Glas überlebt. Tatsächlich ist ein gesunder Goldfisch ein langlebiger, lernfähiger Fisch, der seinen Pfleger erkennt und 10–15 Jahre alt werden kann. Den Unterschied machen drei Dinge: genug Wasservolumen, kräftige Filterung und regelmäßige Wasserwechsel.

Goldfische fressen viel und produzieren deutlich mehr Ausscheidungen als tropische Fische gleicher Länge. Daraus entsteht Ammonium bzw. Ammoniak, das Kiemen schädigt und das Immunsystem schwächt. Bevor Goldfische einziehen, solltest du das Aquarium einfahren, damit genügend Nitrifikationsbakterien bereitstehen.

  • Goldfisch Aquarium: 120 Liter für einen Zuchtgoldfisch, mehr für eine Gruppe
  • Filter: mindestens für das Beckenvolumen ausgelegt, besser mehr
  • Heizung: in Wohnräumen meist überflüssig, bei kalten Räumen für Zuchtformen sinnvoll
  • Bodengrund: feiner Sand oder große, glatte Kiesel; kein Kies, der ins Maul passt
  • Pflege: wöchentlicher Wasserwechsel mit Mulmabsaugung

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Herkunft und Zuchtformen

Der Goldfisch, Carassius auratus, ist ein Haustier unter den Fischen. Er wurde vor über tausend Jahren in China aus wilden Karauschen der Gattung Carassius gezüchtet, zunächst für Teiche, später für Gefäße im Haus. Von dort gelangte die Zucht nach Japan und in die ganze Welt.

Praktisch unterscheidet man zwei Gruppen. Einschwänzige Goldfische (einfacher Goldfisch, Komet, Shubunkin) sind schlank, schnell und werden groß: eigentlich Teichfische. Zuchtgoldfische mit Doppelschwanz (Oranda, Ryukin, Schleierschwanz, Ranchu, Teleskopauge, Perlschupper und andere) haben einen runden, kurzen Körper. Sie schwimmen langsamer, brauchen ruhigeres Wasser und neigen wegen ihrer gestauchten Körperform eher zu Schwimmblasenproblemen.

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Größe und Lebenserwartung

Zuchtgoldfische werden meist 15–20 cm lang, Schwanz eingerechnet. Kometen und einfache Goldfische erreichen oft 20–30 cm, im Teich auch mehr. Ein kleines Becken hält den Fisch nicht gesund klein: Schlechtes Wasser und Platzmangel bremsen das Wachstum, während die inneren Organe weiterwachsen, und das verkürzt das Leben.

Gut gepflegt werden Goldfische meist 10–15 Jahre alt, Teichfische teils über 20 Jahre. Das sollte man vor dem Kauf bedenken: Ein Goldfisch ist eine langfristige Verpflichtung, keine Dekoration.

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Goldfisch im Aquarium oder im Teich?

Für Zuchtgoldfische hat sich als Faustregel bewährt: rund 120 Liter für den ersten Fisch und 40 Liter für jeden weiteren, ein Paar braucht also etwa 150 Liter. Einschwänzige Formen werden größer und sind schnelle Schwimmer; sie brauchen 300 Liter oder mehr, und ein ausreichend tiefer Gartenteich ist langfristig das beste Zuhause. Dort überwintern sie, sofern der Teich nicht bis zum Grund durchfriert.

Grundfläche ist wichtiger als Höhe. Ein langes Becken bietet Schwimmraum und mehr Oberfläche für den Gasaustausch, den Goldfische mit ihrem hohen Sauerstoffbedarf brauchen. Goldfischgläser sind tabu: zu klein zum Filtern und zu klein, um Abfallstoffe zu verdünnen.

Empfohlene Beckengröße für Goldfische
BesatzMindestvolumenHinweis
1 Zuchtgoldfisch120 LiterGrößer ist stabiler
2 Zuchtgoldfische150 LiterÜblicher Start
3–4 Zuchtgoldfische200–240 LiterStarke Filterung einplanen
Kometen, einfache Goldfische, Shubunkins300 Liter oder TeichSchnelle Schwimmer, 20–30 cm

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Wasserwerte

Goldfische sind Kaltwasserfische, doch das heißt nicht eiskalt. Im Aquarium fühlen sie sich bei stabiler Zimmertemperatur wohl und mögen mittelhartes, leicht alkalisches Wasser. Das passt zu den meisten deutschen Leitungswässern; wenn dein Versorger chlort, nutze einen Wasseraufbereiter. Zuchtformen bevorzugen die obere Hälfte des Temperaturbereichs.

Empfohlene Wasserwerte für Goldfische im Aquarium
WasserwertZielbereich
Temperatur18–24 °C
pH-Wert7,0–8,0
Gesamthärte (GH)6–18 °dH
Karbonathärte (KH)4–12 °dH
Ammonium/Ammoniak, Nitritnicht nachweisbar
Nitratunter 20–40 mg/l

Im Goldfischbecken steigt das Nitrat schnell. Miss wöchentlich mit Tröpfchentests (siehe unseren Vergleich der besten Wassertests) und richte die Menge beim Wasserwechsel nach dem Messwert.

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Filterung und Pflege

Wegen der großen Abfallmenge brauchen Goldfische mehr Filterleistung als ein tropisches Becken gleicher Größe. Viele Halter wählen einen Filter, der für das Zwei- bis Dreifache des Beckenvolumens ausgelegt ist und viel biologisches Filtermaterial fasst. Im kleinen Becken reicht ein kräftiger Innenfilter, ab etwa 150 Litern ist ein Außenfilter (Eheim, Oase, JBL) meist praktischer. Modelle vergleichen wir unter die besten Aquarienfilter und die besten Außenfilter. Bei Zuchtformen den Auslauf beruhigen oder über ein Düsenrohr verteilen.

Plane jede Woche einen Wasserwechsel von 25–50 % ein und sauge dabei den Mulm dort ab, wo er sich sammelt. Mit einer guten Mulmglocke dauert das zehn Minuten; siehe die besten Mulmsauger. Filterschwämme nur in altem Aquarienwasser ausspülen, nie unter dem Wasserhahn, damit die Bakterien überleben.

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Was fressen Goldfische?

Goldfische sind Allesfresser, die in der Natur den ganzen Tag gründeln und Pflanzenteile, Algen, Insektenlarven und kleine Krebstiere aufnehmen. Im Aquarium sollte ein hochwertiges sinkendes Granulat oder Gelfutter die Basis bilden (Tetra, JBL, Sera, Hikari), ergänzt durch Gemüse und etwas tierisches Eiweiß. Sinkendes Futter ist bei Zuchtformen besonders sinnvoll, weil sie beim Schnappen nach Flocken an der Oberfläche Luft schlucken.

Füttere ein- bis zweimal täglich nur so viel, wie in ein bis zwei Minuten gefressen wird. Mehrmals pro Woche passen blanchierte, enthäutete Erbsen, Zucchini oder Spinat, als Leckerbissen Daphnien, Artemia oder Rote Mückenlarven. Den kompletten Speiseplan findest du in unserem Beitrag was fressen Goldfische.

  • Basis: sinkendes Goldfisch-Granulat oder Gelfutter
  • Gemüse: enthäutete Erbsen, Zucchini, Spinat, Salat (blanchiert)
  • Eiweiß als Ergänzung: Daphnien, Artemia, Rote Mückenlarven
  • Vermeiden: Brot, Zwieback, große Mengen Flockenfutter

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Verhalten und Vergesellschaftung

Goldfische sind gesellig und friedlich und fühlen sich in einer Gruppe von Artgenossen am wohlsten. Die besten Mitbewohner sind andere Goldfische desselben Körpertyps: langsame Zuchtformen zusammen, schnelle Kometen zusammen, damit niemand beim Futter zu kurz kommt.

Die meisten tropischen Fische passen nicht, weil sie wärmeres Wasser brauchen, und alles, was in ein Goldfischmaul passt, wird früher oder später gefressen. Verzichte auf Saugwelse, die sich an Goldfischen festsaugen und die Schleimhaut verletzen können. Welche wenigen Arten funktionieren, zeigt unser Ratgeber zu Goldfisch Mitbewohnern.

Goldfische gründeln außerdem und zupfen an Pflanzen. Robuste, hartlaubige Arten wie Anubias und Javafarn, auf Stein oder Holz aufgebunden, haben die besten Chancen.

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Goldfische vermehren

Goldfische laichen im Frühjahr, wenn die Temperatur nach einer kühleren Phase steigt. Männchen bekommen kleine weiße Laichausschlag-Punkte auf den Kiemendeckeln und den vorderen Brustflossenstrahlen und treiben die Weibchen, indem sie gegen deren Flanken stoßen.

Weibchen verteilen Hunderte klebrige Eier an Pflanzen oder Laichmopps, die die Elterntiere fressen. Daher die Eier in ein separates Becken umsetzen. Die Larven schlüpfen je nach Temperatur nach etwa 2–7 Tagen, zehren zuerst vom Dottersack und fressen dann Infusorien und Artemia-Nauplien. Jungfische sind anfangs bronzefarben und färben sich über Wochen bis Monate um.

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Häufige Krankheiten

Die meisten Goldfischkrankheiten beginnen mit schlechter Wasserqualität. Wirkt ein Fisch krank, miss zuerst Ammonium, Nitrit und Nitrat, bevor du zu Medikamenten greifst. Ein Ammoniak-Anstieg verursacht rote Streifen, Notatmung und Teilnahmslosigkeit; unser Ratgeber zur Ammoniakvergiftung bei Fischen zeigt die Sofortmaßnahmen.

Zuchtformen neigen besonders zu Auftriebsproblemen durch Futter und Körperform; auf der Seite zur Schwimmblasenentzündung erklären wir hilfreiche Futterumstellungen. Salzkornartige weiße Punkte deuten meist auf Ichthyo hin: siehe Weißpünktchenkrankheit. Medikamente immer nach Packungsbeilage dosieren und bei schweren Fällen einen fischkundigen Tierarzt fragen.

Häufige Gesundheitsprobleme bei Goldfischen
ProblemAnzeichenErste Maßnahme
AmmoniakverätzungRote Streifen, Notatmung, angelegte FlossenGroßer Wasserwechsel, täglich messen
SchwimmblasenproblemeTreibt kopfüber oder liegt am Boden1–2 Tage fasten, sinkendes Futter
WeißpünktchenWeiße Punkte wie Salz, ScheuernNach Packungsbeilage behandeln, sauberes Wasser
FlossenfäuleAusgefranste oder schrumpfende FlossenErst Wasserqualität, dann Medikament
Kiemen- und HautwürmerScheuern, schnelle KiemenbewegungDiagnose sichern, nach Beilage behandeln

Häufige Fragen

Häufige Fragen

Was ist bei der Goldfisch Pflege für Anfänger wichtig?

Ein eingefahrenes Becken ab 120 Litern für einen Zuchtgoldfisch mit kräftigem Filter. Halte 18–24 °C, wechsle wöchentlich 25–50 % des Wassers und sauge den Mulm ab. Füttere ein- bis zweimal täglich sinkendes Futter plus Gemüse und miss Ammonium, Nitrit und Nitrat regelmäßig.

Was fressen Goldfische im Aquarium?

Goldfische sind Allesfresser. Als Basis eignet sich sinkendes Granulat oder Gelfutter, ergänzt durch blanchiertes Gemüse wie enthäutete Erbsen, Zucchini oder Spinat und gelegentlich Daphnien, Artemia oder Rote Mückenlarven. Ein- bis zweimal täglich nur so viel, wie in ein bis zwei Minuten gefressen wird.

Wie groß muss ein Goldfisch Aquarium sein?

Für einen Zuchtgoldfisch rund 120 Liter, plus 40 Liter für jeden weiteren Fisch. Kometen, einfache Goldfische und Shubunkins werden 20–30 cm groß und brauchen mindestens 300 Liter oder einen Teich. Goldfischgläser und kleine Einsteigerbecken sind für keinen Goldfisch geeignet.

Können Goldfische im Teich überwintern?

Ja, einschwänzige Goldfische überwintern in einem ausreichend tiefen Teich, der nicht bis zum Grund durchfriert. Im Winter fahren sie ihren Stoffwechsel herunter und werden bei niedrigen Temperaturen kaum oder gar nicht gefüttert. Empfindliche Zuchtformen mit Doppelschwanz überwintern besser im Haus.

Wie alt werden Goldfische?

Gut gepflegte Goldfische werden meist 10–15 Jahre alt, Teichfische teils über 20 Jahre. Ein kurzes Leben liegt fast immer an zu kleinen Gefäßen, schwacher Filterung und zu seltenen Wasserwechseln, nicht am Fisch selbst.

Quellen und Literatur

Verfasst und geprüft von der handsoffmyhobby-Redaktion gemäß unseren redaktionellen Richtlinien.

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