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Garnelen vergesellschaften: worauf es ankommt
Die Grundregel ist simpel: Passt eine Garnele ins Maul eines Fisches, wird er es irgendwann versuchen. Eine ausgewachsene Red-Fire-Garnele misst 2–3 cm, ein frisch geschlüpftes Jungtier nur 2–3 mm. Die eigentliche Frage lautet daher selten „Frisst dieser Fisch meine Garnelen?“, sondern „Frisst er den Nachwuchs?“. Ehrlich beantwortet heißt das für fast jeden Fisch: ja, zumindest gelegentlich.
Mit diesen Kriterien findest du Fische, die mit Garnelen kompatibel sind, zumindest mit erwachsenen Tieren:
- Maulgröße: Fische mit kleinem Maul und unter etwa 4 cm Länge sind am sichersten
- Temperament: friedliche, nicht räuberische Arten, die feines Futter fressen
- Schwimmzone: Fische der mittleren und oberen Wasserschicht stören Garnelen weniger als Bodenjäger
- Wasserwerte: Red Fire mögen 20–26 °C, pH 6,5–8,0 und mittlere Härte (GH 6–12 °dH), die Mitbewohner müssen sich darin ebenfalls wohlfühlen
- Dein Ziel: Eine Zuchtkolonie verträgt deutlich weniger Fische als ein Becken, in dem Garnelen nur Teil der Putzkolonne sind
Setze zuerst die Garnelen ein und lass die Kolonie einige Wochen ankommen, bevor Fische dazukommen. Dichte Moose, Schwimmpflanzen und Laub bieten Jungtieren Verstecke und erhöhen ihre Überlebensrate deutlich.
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Mitbewohner ohne Risiko
Einige Mitbewohner sind für Garnelen jeder Größe praktisch ungefährlich. Otocinclus sind winzige Saugmaulwelse, die denselben Biofilm abweiden wie Garnelen, aber nie jagen. Rennschnecken sind friedliche Aufwuchsfresser und teilen sich die Putzarbeit. Amanogarnelen vertragen sich gut mit Red Fire: Sie drängen kleinere Garnelen manchmal vom Futter weg, machen aber keine Jagd auf sie.
Verschiedene Farbformen von Neocaridina (rot, blau, gelb) kreuzen sich untereinander, und nach einigen Generationen fallen die meisten Nachkommen in eine unscheinbare braune Wildfärbung zurück. Willst du Garnelen mischen, kombiniere eine einzige Neocaridina-Farbe mit Amanos oder mit Caridina-Arten, die sich nicht mit Neocaridina kreuzen. Bedenke aber, dass Bienengarnelen deutlich weicheres Wasser brauchen.
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Nano-Fische, die erwachsene Garnelen in Ruhe lassen
Die nächste Stufe sind kleine, friedliche Fische, die erwachsene Garnelen ignorieren, aber einzelne Jungtiere fressen. In einem dicht bepflanzten Becken überleben genug Junggarnelen, damit die Kolonie wächst, nur langsamer. Diese Arten sind die beliebteste Wahl für ein Pflanzen-Gesellschaftsbecken mit Garnelen.
Feuertetras und Perlhuhnbärblinge sind winzig, farbenfroh und halten sich in der mittleren Wasserschicht auf. Corydoras pygmaeus, ein Zwergpanzerwels aus der Gattung der Panzerwelse, ist ein sanfter Bodenbewohner für 40-Liter-Becken. Keilfleckbärblinge sind etwas größer, lassen erwachsene Garnelen aber meist in Ruhe. Dornaugen ignorieren in Becken ab 80 Litern erwachsene Garnelen, suchen nachts im Bodengrund aber nach Neugeborenen.
Gute Erfahrungen machen viele Aquarianer auch mit dem Moskitobärbling (Boraras brigittae), anderen kleinen Bärblingen und dem Neonsalmler. Der Neon ist größer als der Feuertetra und frisst mehr Jungtiere, er passt also eher in Becken, in denen die Garnelenzucht nicht im Vordergrund steht.
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Verträglichkeitstabelle: Fische mit Garnelen
Die Tabelle umfasst alle auf dieser Seite genannten Arten, auch solche ohne eigenes Artenporträt bei uns. „Adulte“ bezeichnet ausgewachsene Red-Fire-Garnelen von etwa 2,5 cm.
| Mitbewohner | Größe | Adulte Garnelen | Jungtiere | Bewertung | Beckengröße ab |
|---|---|---|---|---|---|
| Otocinclus | 3,5–5 cm | Sicher | Sicher | Sehr gut | 75 Liter |
| Rennschnecke | 2–2,5 cm | Sicher | Sicher | Sehr gut | 20 Liter |
| Amanogarnele | 3–5 cm | Sicher | Weitgehend sicher | Sehr gut | 40 Liter |
| Feuertetra | 2 cm | Sicher | Einzelne gefressen | Gut | 40 Liter |
| Perlhuhnbärbling | 2–2,5 cm | Sicher | Einzelne gefressen | Gut | 40 Liter |
| Moskitobärbling (Boraras brigittae) | 1,5–2 cm | Sicher | Wenige gefressen | Gut | 20–40 Liter |
| Zwergpanzerwels (Corydoras pygmaeus) | 2–2,5 cm | Sicher | Einzelne gefressen | Gut | 40 Liter |
| Keilfleckbärbling | 4–5 cm | Meist sicher | Gefressen | Befriedigend | 40–75 Liter |
| Dornauge | 8–10 cm | Meist sicher | Nachts gefressen | Befriedigend | 75 Liter |
| Neonsalmler | 3–4 cm | Meist sicher | Gefressen | Ausreichend | 40–75 Liter |
| Antennenwels | 10–13 cm | Meist sicher | Einzelne gefressen | Ausreichend | 80 Liter |
| Guppy | 3–6 cm | Meist sicher | Gefressen | Ausreichend | 40 Liter |
| Kampffisch | 6–7 cm | Je nach Tier | Gefressen | Riskant | 20–40 Liter |
| Zwergfadenfisch | 6–9 cm | Oft gejagt | Gefressen | Ungeeignet | 40–75 Liter |
| Schmetterlingsbuntbarsch, Apistogramma | 5–8 cm | Gejagt | Gefressen | Ungeeignet | 75 Liter |
| Skalar, Diskus, Goldfisch, Schmerlen | Ab 10 cm | Gefressen | Gefressen | Ungeeignet | Große Becken |
Ohrgitter-Harnischwels (Otocinclus): Haltung, Futter, Wasserwerte
Der sicherste Fisch für Garnelen: ein friedlicher Aufwuchsfresser, der Biofilm teilt und nie jagt.
Garnelen & SchneckenAmanogarnele (Caridina multidentata): Haltung, Futter und Algen
Eine größere Algen fressende Garnele, die friedlich mit Red Fire lebt und sich nicht mit ihnen kreuzt.
Garnelen & SchneckenZebrarennschnecke (Neritina natalensis): Haltung, Algen, Eier und Wasserwerte
Eine pflanzenschonende Algenschnecke, die Garnelen ignoriert und sich nicht explosionsartig vermehrt.
FischartenFeuertetra (Hyphessobrycon amandae): Haltung, Wasserwerte und Pflege
Ein winziger orangefarbener Salmler, der erwachsene Garnelen in Ruhe lässt und nur einzelne Jungtiere frisst.
FischartenPerlhuhnbärbling (Danio margaritatus, früher Celestichthys): Haltung und Pflege
Ein scheuer, bunter Nano-Fisch für bepflanzte Garnelenbecken ab 40 Litern.
FischartenPanzerwels (Corydoras): Haltung, Wasserwerte, Futter und Arten
Zwergpanzerwelse sind sanfte Bodenbewohner fürs Garnelenbecken; größere Arten passen in größere Aquarien.
FischartenKeilfleckbärbling (Trigonostigma heteromorpha): Haltung, Wasserwerte und Mitbewohner
Ein friedlicher Schwarmfisch, der erwachsene Garnelen im Pflanzenbecken meist ignoriert.
FischartenDornauge (Pangio kuhli): Haltung, Wasserwerte und Vergesellschaftung
Eine scheue, aalartige Schmerle, die erwachsene Garnelen ignoriert, nachts aber Neugeborene erbeuten kann.
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Riskante Kandidaten: Kampffisch, Guppy und Antennenwels
Der Kampffisch ist das klassische Glücksspiel. Manche Männchen ignorieren Garnelen völlig, andere jagen sie innerhalb eines Tages. Wenn du es versuchen willst, starte mit ein paar günstigen Garnelen und vielen Verstecken und lies unseren Ratgeber zu den Mitbewohnern für Kampffische. Amanogarnelen haben dank ihrer Größe bessere Chancen als Red Fire.
Guppys und andere Lebendgebärende greifen erwachsene Garnelen selten an, sind aber ständig hungrig und fressen jedes Jungtier, das sie finden. Der Antennenwels ist friedlich, raspelt aber Flächen ab, auf denen Junggarnelen sitzen, und vergreift sich gelegentlich an einer frisch gehäuteten, geschwächten Garnele.
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Diese Fische passen nicht zu Garnelen
Manche Fische sollten nie mit Zwerggarnelen zusammenleben, weil Garnelen zu ihrer natürlichen Nahrung gehören oder sie schlicht groß genug sind, um sie zu verschlucken. Auch ein als friedlich geltender Fisch wird zum Räuber, sobald eine Garnele in sein Maul passt.
- Buntbarsche jeder Größe: Schmetterlingsbuntbarsche, Apistogramma, Skalare, Diskus, Purpurprachtbarsche und größere Arten jagen Garnelen gezielt
- Fadenfische: Zwerg- und Mosaikfadenfisch jagen häufig Garnelen, der Honigfadenfisch ist ein Glücksspiel
- Schmerlen: Prachtschmerle, Netzschmerle und Verwandte fressen Garnelen und Schnecken
- Goldfische und große Barben: Sumatrabarben und Goldfische verschlingen alles, was ins Maul passt
- Kugelfische und Flusskrebse: spezialisierte Wirbellosenfresser
- Große Welse und Räuber: Oscars, großmäulige Harnischwelse und jeder Fisch über etwa 10 cm mit großem Maul
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Besatzbeispiele mit Garnelen
Die Beispiele gehen von einem eingefahrenen, bepflanzten Becken mit Moosen und Verstecken aus. Erst kommen die Garnelen, die Fische einige Wochen später. Ein Schwammfilter ist in allen drei Fällen die beste Wahl, weil er keine Jungtiere ansaugt und sich mit Biofilm überzieht, den die Garnelen abweiden. Bereite Leitungswasser mit einem garnelengeeigneten Wasseraufbereiter auf und behalte die Wasserwerte im Blick, vor allem GH und Temperatur.
- 40-Liter-Garnelenbecken: 15–20 Red-Fire-Garnelen, 8 Perlhuhnbärblinge oder 8 Feuertetras, 2 Rennschnecken
- 80-Liter-Pflanzenbecken: 20 Red-Fire-Garnelen, 6 Otocinclus, 6 Zwergpanzerwelse, 3 Amanogarnelen, 2 Rennschnecken
- 200-Liter-Gesellschaftsbecken: 30 oder mehr Red-Fire-Garnelen, 12 Keilfleckbärblinge, 8 Panzerwelse, 6 Dornaugen, 6 Amanogarnelen, 1 Antennenwels (weniger Jungtiere überleben)
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Tipps für Garnelen im Gesellschaftsbecken
Verstecke sind der beste Schutz. Javamoos, Christmas-Moos, Javafarn und Schwimmpflanzen bilden eine dichte Zone, in die sich Jungtiere zurückziehen, während die Fische darüber schwimmen. Füttere die Fische ausreichend und zu festen Zeiten, damit sie nicht aus Hunger jagen, und gib das Garnelenfutter in der Nähe der Verstecke, damit die Garnelen nicht ungeschützt umherwandern.
Die Apfelschnecke wäre theoretisch ein idealer Mitbewohner, ist in der EU aber verboten; Details stehen in unserem Apfelschnecken-Porträt. Geht es dir vor allem um die Zucht, halte den Fischbesatz minimal oder verzichte ganz darauf. Unser Artikel Red-Fire-Garnelen züchten zeigt, wie eine Kolonie schnell wächst, und unsere Übersicht der Nano-Fische hilft bei der Wahl winziger Arten.
Häufige Fragen
Häufige Fragen
Welche Fische kann man mit Garnelen vergesellschaften?
Otocinclus sind am sichersten, gefolgt von kleinen, friedlichen Nano-Fischen wie Feuertetra, Perlhuhnbärbling, Moskitobärbling und Zwergpanzerwels. Diese Fische lassen erwachsene Garnelen in Ruhe, fressen aber einzelne Jungtiere. Rennschnecken und Amanogarnelen sind ebenfalls hervorragende, völlig risikofreie Mitbewohner.
Gibt es Fische, die keine Junggarnelen fressen?
Kaum. Der Otocinclus ist der einzige gängige Gesellschaftsfisch, der Jungtiere zuverlässig ignoriert. Fast jeder andere Fisch frisst eine frisch geschlüpfte Garnele, wenn er sie findet. Dichtes Moos und viele Pflanzen sorgen aber dafür, dass genug Nachwuchs überlebt und die Kolonie weiter wächst.
Kann man Garnelen mit einem Kampffisch halten?
Manchmal. Es hängt ganz vom einzelnen Kampffisch ab: Manche ignorieren Garnelen, andere jagen sie sofort. Amanogarnelen haben wegen ihrer Größe bessere Chancen als Red Fire. Nutze ein bepflanztes Becken ab 40 Litern mit vielen Verstecken, beginne mit wenigen günstigen Garnelen und halte ein Ausweichbecken bereit.
Passen Red-Fire-Garnelen und Guppys zusammen?
Erwachsene Red Fire überleben meist mit Guppys, doch Guppys fressen Jungtiere sehr gern, die Kolonie wächst also kaum. Wer beides will, braucht dichte Bepflanzung, viel Moos und gut gefütterte Guppys. Für eine Zuchtkolonie sind Feuertetras oder Otocinclus die bessere Wahl.
Wie viele Fische verträgt ein Garnelenbecken?
In 40 Litern sind ein Schwarm aus 6–8 Nano-Fischen und zwei Schnecken ein sinnvolles Maximum, wenn sich die Garnelen vermehren sollen. Größere Becken erlauben größere Schwärme, aber mehr Fische bedeuten immer weniger überlebende Jungtiere. Setze auf viele Verstecke.
Quellen und Literatur
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