Vergesellschaftung

Buntbarsche vergesellschaften: Malawi, Tanganjika und Südamerika

Unter dem Begriff Buntbarsche stecken über 1.600 beschriebene Arten, vom 7 cm kleinen Schmetterlingsbuntbarsch bis zum 30 cm großen Oskar. Eine einzige Liste passender Beifische gibt es deshalb nicht. Entscheidend sind Gruppe, Wasserwerte und Revierverhalten. Wir beginnen mit Malawi-Buntbarschen und Mbuna, der häufigsten Frage, und behandeln danach süd- und mittelamerikanische Cichliden.

Bepflanztes Gesellschaftsaquarium mit mehreren Süßwasserfischen

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Buntbarsche vergesellschaften: zuerst die Gruppe bestimmen

Bevor du Beifische auswählst, bestimme die Gruppe deines Buntbarschs. Cichliden aus den ostafrikanischen Grabenseen (Malawi und Tanganjika) brauchen hartes, alkalisches Wasser und sind oft aggressiv. Südamerikanische Zwergbuntbarsche wie Schmetterlingsbuntbarsch und Apistogramma wollen weiches, warmes Wasser und sind außerhalb der Brutzeit friedlich. Große mittel- und südamerikanische Arten wie Oskar, Jack Dempsey oder Zebrabuntbarsch sind robust, revierbildend und fressen alles, was ins Maul passt.

Drei Regeln gelten immer. Beifische müssen dieselben Wasserwerte vertragen, zu groß zum Fressen sein und robust oder schnell genug, um Verfolgungen wegzustecken. Miss zuerst dein Leitungswasser mit einem Tröpfchentest und lies unseren Überblick zu den Wasserwerten im Aquarium: pH 8,0 mit GH 15 °dH ist ideal für Mbuna und schwierig für Diskus, und umgekehrt.

Beifische je Buntbarsch-Gruppe
GruppeMindestbeckenWasserPassende BeifischeMeiden
Mbuna (Felscichliden aus dem Malawisee)200 L, 120 cm KantenlängepH 7,8–8,6, GH 10–20 °dHAndere Mbuna, Synodontis, AntennenwelsFriedliche Gesellschaftsfische, Aulonocara mit aggressiven Mbuna
Aulonocara und Haplochromis (Malawi)300 LpH 7,8–8,6, GH 10–20 °dHAndere Aulonocara und Haps, ruhige Mbuna, SynodontisAggressive Mbuna, kleine Fische
Tanganjika-Buntbarsche80–300 L je nach ArtpH 8,0–9,0, GH 10–20 °dHTanganjika-Arten ähnlicher Größe, SynodontisMalawis in kleinen Becken, Weichwasserfische
Südamerikanische Zwergbuntbarsche80 LpH 6,0–7,0, GH 2–8 °dHKleine Salmler, Bärblinge, Panzerwelse, OhrgitterharnischwelseGroße Buntbarsche, Flossenzupfer, gierige Fresser
Skalare und Diskus200 L, hohes BeckenpH 6,0–7,5, weich bis mittelhartMittelgroße Salmler, Panzerwelse, AntennenwelsNeons (bei Skalaren), Barben, Afrikaner
Große Amerikaner (Oskar, Jack Dempsey, Zebrabuntbarsch)300–450 LpH 6,5–7,8Robuste Buntbarsche gleicher Größe, Silberdollar, große L-WelseAlles unter etwa 10 cm

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Kompatibilitätstabelle für Malawi-Buntbarsche

Wer nach Buntbarsche vergesellschaften sucht, meint meist afrikanische Cichliden, vor allem die Malawi-Vergesellschaftung mit Mbuna. Diese überwiegend pflanzenfressenden Felsbewohner verteidigen den ganzen Tag ein Revier im Steinaufbau. Hier die am häufigsten genannten Mbuna-Beifische mit einer ehrlichen Einschätzung für Becken ab 200 Litern.

Eignung gängiger Beifische für Mbuna und andere Afrikaner
BeifischBewertungBegründung
Andere Mbuna (Labidochromis caeruleus, Pseudotropheus saulosi, Iodotropheus sprengerae)GeeignetGleiche Werte, gleiches Futter; unterschiedliche Farben und Muster senken die Aggression
Synodontis (S. multipunctatus, S. petricola, S. lucipinnis)GeeignetAfrikanische Hartwasserwelse, gepanzert und nachtaktiv
Antennenwels (Ancistrus)GeeignetGepanzert, bleibt klein, verträgt hartes, alkalisches Wasser
Aulonocara und HaplochromisBedingtNur mit sehr ruhigen Mbuna; unterschiedliche Ernährung
Malabarbärbling (Devario aequipinnatus)BedingtSchneller Ablenkfisch für hartes Wasser, braucht aber ein langes Becken
Melanotaenia boesemani und große RegenbogenfischeBedingtHartwassertolerant und flink, in kleinen Becken aber gejagt
Tanganjika-BuntbarscheBedingtÄhnliches Wasser, aber anderes Verhalten und Futter
WabenschilderwelsBedingtRobust, wird aber 30–50 cm groß; nur in sehr großen Becken
Zwei ähnlich aussehende Mbuna-ArtenUngeeignetMännchen sehen sich als Rivalen, Arten können hybridisieren
Panzerwelse (Corydoras)UngeeignetBevorzugen weicheres, kühleres Wasser und werden am Boden gejagt
Salmler, Bärblinge, GuppysUngeeignetGefressen oder gestresst; andere Wasserwerte
KampffischUngeeignetLangsam, langflossig und Buntbarschen schutzlos ausgeliefert
Skalare und DiskusUngeeignetWeichwasserfische, die afrikanischer Aggression nicht gewachsen sind
Oskar und große AmerikanerUngeeignetAndere Werte, andere Größe, ständige Konflikte
GoldfischUngeeignetKaltwasserfisch mit anderer Temperatur und anderem Futter
Zwerggarnelen und kleine SchneckenUngeeignetWerden fast sofort gefressen

Setze aggressive Mbuna wie Melanochromis auratus oder Pseudotropheus demasoni nie in ein 200-Liter-Becken mit Aulonocara. Aulonocara-Männchen brauchen freien Schwimmraum und ruhige Nachbarn, um ihre Farben zu zeigen.

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Mbuna-Besatz so planen, dass Aggression verteilt wird

Aggression bei Mbuna steuerst du über Anzahl, Einrichtung und Geschlechterverhältnis, nicht über einen perfekten Beifisch. Halte pro Art ein Männchen auf drei bis vier Weibchen, damit kein Weibchen allein gejagt wird. Baue Steinaufbauten bis zur Wasseroberfläche, die Höhlen bilden und Sichtlinien unterbrechen, und besetze etwas dichter als ein normales Gesellschaftsbecken, damit sich die Aggression verteilt. Diese Belastung verlangt kräftige Filterung, idealerweise einen Außenfilter, und wöchentliche Wasserwechsel von 30–50 %.

Setze alle Buntbarsche möglichst gleichzeitig ein oder baue bei jedem Neuzugang die Steine um, damit kein Fisch ein festes Revier behält. Ist dein Leitungswasser weich, puffern Korallenbruch oder Aragonitsand. Wie du den Wert sicher anhebst, erklärt unser Ratgeber pH-Wert erhöhen.

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Besatzbeispiele

Die Beispiele sind Ausgangspunkte, keine Garantie, denn das Temperament schwankt von Tier zu Tier stark. Ein Becken mit 120 cm Kantenlänge, etwa eines der 200-Liter-Aquarien aus unserem Vergleich, ist das realistische Minimum für Mbuna.

  • 200 Liter Malawi: Labidochromis caeruleus (1 Männchen, 3–4 Weibchen), Pseudotropheus saulosi (1 Männchen, 4 Weibchen), 2 Synodontis petricola und 1 Antennenwels
  • 300 Liter Malawi: Labidochromis caeruleus, P. saulosi und Iodotropheus sprengerae (je 1 Männchen, 3–4 Weibchen), 3 Synodontis multipunctatus, 1 Antennenwels
  • 300 Liter Aulonocara: 6–8 Männchen verschiedener Farben, 3 Synodontis und ein Trupp aus 6 Malabarbärblingen
  • 80 Liter Südamerika: 1 Paar Schmetterlingsbuntbarsche, 10 Rote Neons und 6 Corydoras sterbai

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Süd- und mittelamerikanische Buntbarsche vergesellschaften

Südamerikanische Buntbarsche lassen sich meist leichter vergesellschaften. Ein Paar Schmetterlingsbuntbarsche oder Apistogramma lebt in weichem, warmem Wasser gut mit Roten Neons, Bärblingen und Panzerwelsen. Skalare brauchen mittelgroße Partner, denn ausgewachsen fressen sie Fische in Neongröße, mehr dazu unter Skalare vergesellschaften. Diskus verlangen sehr warmes, weiches Wasser und ruhige Mitbewohner, ausführlich auf unserer Seite Diskus vergesellschaften.

Große mittelamerikanische Cichliden und der Oskar sind eine eigene Welt. Beifische sollten mindestens halb so groß und genauso robust sein: Silberdollar, große L-Welse, Severum oder andere Buntbarsche ähnlicher Größe. Selbst dann kann ein brütendes Paar das ganze Becken terrorisieren, halte also ein Ausweichbecken oder eine Trennscheibe bereit.

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Neue Buntbarsche sicher einsetzen

Halte jeden Neuzugang 3–4 Wochen in Quarantäne, gewöhne ihn dann langsam ein und setze ihn bei ausgeschaltetem Licht ein. Beobachte die ersten Tage genau: Verstecken ist normal, aber zerfetzte Flossen, ein in die Ecke gedrängter Fisch oder Futterverweigerung bedeuten, dass du umdekorieren oder das Opfer herausnehmen musst.

Buntbarsche reagieren empfindlich auf plötzliche Sprünge bei pH, GH und KH. Gleiche die Werte für Neuzugänge schrittweise an und setze auf Stabilität statt auf exakte Zahlen.

Häufige Fragen

Häufige Fragen

Welche Fische passen zu afrikanischen Buntbarschen?

Am besten passen andere afrikanische Buntbarsche ähnlichen Temperaments, Synodontis-Welse und Antennenwelse. Mit Vorsicht eignen sich Malabarbärblinge und große Regenbogenfische als Ablenkfische in Becken ab 300 Litern. Alle Beifische müssen hartes, alkalisches Wasser um pH 7,8–8,6 vertragen und groß und schnell genug sein, um nicht gejagt zu werden.

Welche Mbuna-Beifische sind die besten?

Andere Mbuna mit unterschiedlichen Farben und Mustern, im Verhältnis ein Männchen zu drei bis vier Weibchen. Für den Boden eignen sich Synodontis wie S. petricola oder S. multipunctatus und ein Antennenwels. Kombiniere keine Aulonocara mit aggressiven Mbuna und nie zwei ähnlich aussehende Arten, da Männchen kämpfen und Hybriden entstehen können.

Kann man Buntbarsche mit Salmlern halten?

Das hängt vom Buntbarsch ab. Südamerikanische Zwergbuntbarsche wie Schmetterlingsbuntbarsch und Apistogramma leben in weichem Wasser gut mit kleinen Salmlern. Skalare vertragen größere Salmler, fressen aber Neons. Afrikanische und große amerikanische Buntbarsche passen nicht zu Salmlern, die gefressen oder gestresst werden und andere Wasserwerte brauchen.

Kann man afrikanische und südamerikanische Buntbarsche mischen?

Davon ist abzuraten. Afrikaner aus Malawi- und Tanganjikasee brauchen hartes, alkalisches Wasser, die meisten Südamerikaner weiches, leicht saures. Afrikaner sind zudem aggressiver und verdrängen oder verletzen südamerikanische Arten. Entscheide dich für einen Kontinent und richte das Becken nach dessen Wasserwerten ein.

Wie viele Buntbarsche passen in ein 200-Liter-Aquarium?

Bei Mbuna sind in 200 Litern meist 10–12 Fische aus zwei bis drei ruhigen Arten möglich, je ein Männchen auf drei bis vier Weibchen, dazu einige Synodontis oder ein Antennenwels. Voraussetzung sind starke Filterung und wöchentliche Wasserwechsel. Große Buntbarsche wie der Oskar brauchen deutlich mehr Platz.

Quellen und Literatur

Verfasst und geprüft von der handsoffmyhobby-Redaktion gemäß unseren redaktionellen Richtlinien.

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