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Welche Fische passen zum Kampffisch?
Der Kampffisch (Betta splendens) ist ein langsamer, langflossiger Labyrinthfisch, der viel Zeit nahe der Oberfläche verbringt. Männchen verteidigen ein Revier, und wehende, bunte Flossen wirken auf sie wie ein Rivale. Gute Betta-Beifische sind das Gegenteil: kurze Flossen, ruhiges Wesen, leben am Boden oder in kleinen Schwärmen im Freiwasser und fühlen sich bei 24–28 °C wohl.
Der Charakter zählt so viel wie die Art. Manche Männchen ignorieren jeden Mitbewohner, andere jagen alles, was sich bewegt. Beobachte deinen Kampffisch zuerst zwei Wochen allein: Wer ständig sein Spiegelbild anbalzt, ist ein schlechter Kandidat für eine Betta-Gesellschaft, ein ruhiges Tier ein guter. Weibchen sind meist verträglicher, aber nicht zuverlässig.
- Becken: mindestens 40 Liter für Beifische, mit 80 Litern hast du echten Spielraum
- Pflanzen und Verstecke: hohe Stängelpflanzen, Schwimmpflanzen und Höhlen unterbrechen Sichtlinien
- Sanfte Strömung: ein Schwammfilter oder ein gedrosselter Auslauf passt zu Betta und kleinen Schwarmfischen
- Gleiches Wasser: weich bis mittelhart, pH 6,5–7,5, stabile Temperatur mit einem zuverlässigen Aquarium-Heizstab
- Immer nur ein Kampffisch-Männchen pro Becken
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Verträglichkeitstabelle: geeignet, mit Vorsicht, ungeeignet
Die Tabelle umfasst die Arten, die am häufigsten als Betta-Beifische empfohlen werden. Die Bewertung geht von einem einzelnen Männchen in einem beheizten, bepflanzten Becken ab 40 Litern aus, sofern keine andere Mindestgröße angegeben ist.
| Art | Bewertung | Mindestbecken | Begründung |
|---|---|---|---|
| Rennschnecke (Neritina) | Geeignet | 20 l | Harte Schale, frisst Algen, Eier schlüpfen nicht im Süßwasser |
| Zwergpanzerwels (Corydoras pygmaeus, C. hastatus) | Geeignet | 40 l | Winzig, friedlich, bodennah; Gruppe ab 6 auf feinem Sand |
| Andere Panzerwelse (Panda, Metall) | Geeignet | 80 l | Bodenbewohner, die den Betta ignorieren; Gruppe ab 6 |
| Dornauge (Pangio) | Geeignet | 80 l | Nachtaktiv und versteckt; ab 5 Tieren mit Sand und Höhlen |
| Feuersalmler (Hyphessobrycon amandae) | Geeignet | 40 l | Klein, friedlich, mag es warm; Gruppe ab 8 |
| Keilfleckbärbling | Geeignet | 80 l | Ruhiger Schwarmfisch, gleiche Herkunft und Temperatur |
| Moskitobärbling (Boraras) | Geeignet | 40 l | Sehr klein und unauffällig; ideal im dicht bepflanzten Nano |
| Amanogarnele | Geeignet | 40 l | Groß für eine Garnele, flink, hervorragender Algenfresser |
| Ohrgitter-Harnischwels (Otocinclus) | Mit Vorsicht | 80 l | Friedlich, braucht aber ein eingefahrenes Becken mit Aufwuchs und Gruppe ab 5 |
| Antennenwels (Ancistrus) | Mit Vorsicht | 80 l | Friedlich, aber hohe Belastung für ein kleines Becken |
| Red-Fire-Garnele | Mit Vorsicht | 40 l | Adulte überleben mit viel Moos meist; viele Jungtiere werden gefressen |
| Neonsalmler | Mit Vorsicht | 80 l | Friedlich, mag es aber etwas kühler und kann Jagden auslösen |
| Roter Neon | Mit Vorsicht | 80 l | Mag dieselbe Wärme; Rot und Blau können den Betta reizen |
| Perlhuhnbärbling (Danio margaritatus) | Mit Vorsicht | 40 l | Bevorzugt kühleres Wasser um 22–24 °C; sehr scheu |
| Platy | Mit Vorsicht | 80 l | Meist friedlich, aber lebhaft, bunt und gefräßig |
| Guppy | Ungeeignet | - | Lange, bunte Schwanzflossen provozieren Angriffe; Guppys zupfen manchmal zurück |
| Andere Kampffische (Männchen oder Weibchen) | Ungeeignet | - | Männchen kämpfen; Weibchen zum Männchen nur zur überwachten Zucht |
| Zwergfadenfisch und andere Fadenfische | Ungeeignet | - | Andere Labyrinthfische, Konkurrenz um Oberfläche und Revier |
| Sumatrabarbe, Blutsalmler, Trauermantelsalmler | Ungeeignet | - | Bekannte Flossenzupfer |
| Zebrabärbling | Ungeeignet | - | Schnell, unruhig, mag kühleres Wasser und stresst den langsamen Betta |
| Skalar und andere Buntbarsche | Ungeeignet | - | Revierbildend, größer, teils Flossenzupfer |
| Goldfisch | Ungeeignet | - | Kaltwasserfisch mit enormer Belastung |
| Apfelschnecke (Pomacea) | Ungeeignet | - | In der EU seit 2013 verboten: Einfuhr, Handel, Weitergabe und Zucht |
Zebrarennschnecke (Neritina natalensis): Haltung, Algen, Eier und Wasserwerte
Der sicherste Mitbewohner: harte Schale, frisst Algen, und die Eier schlüpfen im Süßwasser nicht.
FischartenPanzerwels (Corydoras): Haltung, Wasserwerte, Futter und Arten
Zwergpanzerwelse und andere kleine Corydoras durchwühlen in der Gruppe den Boden und konkurrieren nie um die Oberfläche.
FischartenDornauge (Pangio kuhli): Haltung, Wasserwerte und Vergesellschaftung
Scheu, nachtaktiv und bodennah: begegnet dem Kampffisch in 80 Litern kaum.
FischartenFeuertetra (Hyphessobrycon amandae): Haltung, Wasserwerte und Pflege
Ein winziger, friedlicher Salmler für warmes Wasser, der im Schwarm im Freiwasser zieht und Flossen in Ruhe lässt.
FischartenKeilfleckbärbling (Trigonostigma heteromorpha): Haltung, Wasserwerte und Mitbewohner
Ruhiger Schwarmfisch aus denselben südostasiatischen Lebensräumen, fühlt sich bei Betta-Temperaturen wohl.
Garnelen & SchneckenAmanogarnele (Caridina multidentata): Haltung, Futter und Algen
Groß genug, um den meisten Angriffen zu entgehen, und ein fleißiger Algenfresser ab 40 Litern mit Pflanzen.
FischartenOhrgitter-Harnischwels (Otocinclus): Haltung, Futter, Wasserwerte
Kleiner Aufwuchsfresser für eingefahrene, bepflanzte Becken ab 80 Litern mit stabilem Biofilm.
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Die besten Beifische im Detail
Schnecken sind der erste Schritt bei jedem Kampffisch. Die Rennschnecke putzt Scheiben und Deko, und ihre Eier schlüpfen im Süßwasser nicht, eine Plage ist also ausgeschlossen. Posthornschnecken ergänzen die Putzkolonne gut, vermehren sich bei reichlicher Fütterung aber schnell. Die Apfelschnecke scheidet dagegen aus: Die ganze Gattung Pomacea ist in der EU seit 2013 verboten. Welche Arten wirklich gegen Algen helfen, vergleicht unser Ratgeber zu den besten Schnecken gegen Algen.
Bodenbewohner sind die zuverlässigsten Beifische, weil sie dort leben, wo der Betta selten hinkommt. Zwergpanzerwelse und andere kleine Panzerwelse brauchen feinen Sand und eine Gruppe ab sechs Tieren. Dornaugen verbringen den Tag eingegraben oder versteckt und kommen in der Dämmerung heraus.
Kleine Schwarmfische beleben das Freiwasser. Feuersalmler und Keilfleckbärblinge sind friedlich, kurzflossig und fühlen sich bei Betta-Temperaturen wohl. Halte einen richtigen Schwarm: Acht Tiere wirken ruhiger und ziehen weniger Aufmerksamkeit auf sich als drei, die hektisch umherflitzen.
Garnelen sind möglich, wenn du realistisch bleibst. Amanogarnelen sind groß genug, um von den meisten Kampffischen ignoriert zu werden. Adulte Red-Fire-Garnelen überleben in einem dicht bemoosten Becken meist, aber der Betta jagt einen guten Teil des Nachwuchses.
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Diese Fische passen nicht zum Kampffisch
Ungeeignete Arten fallen in vier Gruppen. Langflossige oder auffällige Fische, vor allem Guppy- und Endler-Männchen, wirken wie Rivalen und werden gejagt oder zerfetzt. Flossenzupfer wie Sumatrabarbe, Blutsalmler oder Trauermantelsalmler machen es umgekehrt: Sie beschädigen die Flossen des Betta, was in Flossenfäule enden kann.
Andere Labyrinthfische, etwa der Zwergfadenfisch und weitere Fadenfische, beanspruchen dieselbe Oberfläche und dasselbe Revier. Größere oder territoriale Fische, vom Skalar bis zu den meisten Buntbarschen, sind dem Betta an Größe und Aggression überlegen. Der Goldfisch ist ein Sonderfall: Er braucht kühles Wasser und belastet das Becken weit stärker, als ein Betta-Aquarium verkraftet.
Ein Becken mit Trennscheibe für zwei Kampffisch-Männchen ist keine Lösung. Das ständige Imponieren durch die Scheibe ist purer Stress, und entschlossene Männchen springen auch schon mal darüber.
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Besatzbeispiele für eine Betta-Gesellschaft
Die Beispiele setzen ein eingefahrenes, beheiztes und bepflanztes Becken voraus. Setze zuerst die Beifische ein, lass sie ein bis zwei Wochen eingewöhnen und den Kampffisch zuletzt, damit er nicht schon das ganze Becken als Revier beansprucht.
- 20 Liter: 1 Kampffisch-Männchen + 1 Rennschnecke. Keine Beifische.
- 40 Liter: 1 Kampffisch-Männchen + 6 Zwergpanzerwelse oder 8 Feuersalmler (nicht beides) + 1–2 Rennschnecken oder 2–3 Amanogarnelen.
- 80 Liter (lange Bauform): 1 Kampffisch-Männchen + 8 Keilfleckbärblinge + 6 Zwergpanzerwelse + 1–2 Rennschnecken.
- 80 Liter, Alternative: 1 Kampffisch-Männchen + 10 Feuersalmler + 5 Dornaugen + 2 Rennschnecken.
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Beifische sicher einsetzen
Halte neue Fische nach Möglichkeit zwei bis vier Wochen in Quarantäne, besonders Wildfänge wie Dornaugen und Salmler, die Weißpünktchen einschleppen können. Gewöhne sie langsam ein, Schritt für Schritt nach unserer Anleitung zum Eingewöhnen, füttere den Kampffisch kurz vorher und stelle einige Pflanzen um, damit niemand mit einem fertigen Revier startet.
Beobachte die ersten Tage genau. Kurzes Imponieren ist normal. Wiederholtes Jagen, eingerissene Flossen bei den Beifischen oder ein Kampffisch, der sich versteckt und nicht mehr frisst, zeigen, dass die Kombination nicht funktioniert. Trenne die Tiere, bevor es Verletzungen gibt, statt auf Besserung zu hoffen.
Auch die Fütterung braucht etwas Planung. Der Betta frisst gierig an der Oberfläche, Panzerwelse und Dornaugen dagegen am Boden. Gib Futtertabletten für die Bodenbewohner und halte dich an unseren Ratgeber, wie oft du Aquarienfische fütterst, damit ein Gemeinschaftsbecken nicht überfüttert wird.
Häufige Fragen
Häufige Fragen
Welche Fische passen zum Kampffisch in 20 Litern?
Praktisch keine. Ein 20-Liter-Becken ist ein gutes Zuhause für einen einzelnen Kampffisch, aber zu klein für einen Schwarm oder eine Gruppe Panzerwelse. Eine einzelne Rennschnecke ist möglich: Sie frisst Algen und belastet das Wasser kaum. Für Beifische brauchst du mindestens 40 Liter.
Kann man einen Kampffisch mit Guppys vergesellschaften?
Davon ist abzuraten. Guppy-Männchen haben lange, bunte Schwanzflossen, die Kampffische oft angreifen, und Guppys zupfen umgekehrt manchmal an den langsamen Betta-Flossen. In großen, dicht bepflanzten Becken klappt es mitunter, das Verletzungsrisiko bleibt aber hoch. Ruhige, kurzflossige Arten wie Feuersalmler oder Zwergpanzerwelse sind die bessere Wahl.
Können zwei Kampffisch-Weibchen zusammenleben?
Weibchengruppen sind möglich, aber anspruchsvoll. Sie brauchen ein großes, dicht bepflanztes Becken, meist ab 80 Litern, mindestens fünf Weibchen, damit sich die Aggression verteilt, und ein Ausweichbecken für gemobbte Tiere. Zwei Weibchen allein streiten oft. Für Einsteiger ist das nichts.
Frisst der Kampffisch Garnelen?
Wahrscheinlich einige. Kampffische sind Fleischfresser, jagen Garnelennachwuchs und manche auch erwachsene Tiere. Amanogarnelen sind groß genug, um meist ignoriert zu werden. Adulte Red-Fire-Garnelen überleben in einem Becken voller Moos und Pflanzen in der Regel, die Kolonie wächst mit Betta aber deutlich langsamer.
Welche Betta-Beifische eignen sich für 40 Liter?
In 40 Litern wählst du eine Gruppe kleiner Beifische plus Putzkolonne: sechs Zwergpanzerwelse oder acht Feuersalmler sowie ein bis zwei Rennschnecken oder einige Amanogarnelen. Bepflanze das Becken dicht und setze den Kampffisch zuletzt ein. Größere Schwärme und Dornaugen brauchen 80 Liter.
Quellen und Literatur
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