Steckbrief
- Familie
- Poeciliidae (Lebendgebärende Zahnkarpfen)
- Herkunft
- Nordöstliches Südamerika und vorgelagerte Karibikinseln
- Größe
- Männchen 3–3,5 cm; Weibchen 4–6 cm
- Lebenserwartung
- 2–3 Jahre
- Mindestbecken
- 40 Liter; 80 Liter für eine Zuchtgruppe
- Temperatur
- 22–28 °C
- pH-Wert
- 7,0–8,0
- Gesamthärte (GH)
- 8–18 °dH
- Karbonathärte (KH)
- 4–10 °dH
- Ernährung
- Allesfresser (Kleinstlebewesen und Aufwuchs)
- Verhalten
- Friedlich, lebhaft, gesellig
- Fortpflanzung
- Lebendgebärend, etwa alle 4 Wochen Nachwuchs
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Guppy Haltung im Überblick
Der Guppy ist ein kleiner Lebendgebärender, bekannt für die schier endlose Farb- und Flossenvielfalt seiner Männchen. Er zählt zu den klassischen Anfängerfischen: robust, sobald er eingewöhnt ist, leicht zu füttern und ständig in Bewegung. Die eigentlichen Herausforderungen sind gesunde Tiere zu kaufen, sauberes Wasser zu halten und mit dem Nachwuchs umzugehen, der früher oder später kommt.
Wie jeder tropische Fisch braucht der Guppy Heizung und Filter, und das Becken sollte vor dem Einzug vollständig eingefahren sein. Zuchtguppys aus dem Handel sind stark durchgezüchtet und dadurch oft weniger widerstandsfähig als ihre wilden Vorfahren. Stabile Bedingungen zählen deshalb umso mehr.
- Guppy Aquarium: 40 Liter für ein Trio oder eine kleine Gruppe, 80 Liter für eine gemischte Gruppe
- Heizung: regelbar, etwa 25 °C
- Filter: sanfte Strömung; ein Schwammfilter schützt Jungfische
- Pflanzen: dichte Bereiche und Schwimmpflanzen als Versteck für Jungfische und Weibchen
- Abdeckung: Guppys springen gelegentlich
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Herkunft und natürlicher Lebensraum
Wilde Poecilia reticulata stammen aus dem nordöstlichen Südamerika (Venezuela, Guyana, Nordbrasilien) sowie von Inseln wie Trinidad und Tobago oder Barbados. Sie leben in Bächen, Tümpeln, Gräben und teils in leicht brackigen Randzonen, meist in warmem, hartem und leicht alkalischem Wasser. Weil sie Mückenlarven fressen, wurden Guppys in vielen tropischen Regionen ausgesetzt und leben dort heute verwildert.
Wildguppys sind viel kleiner und schlichter als die Zuchtformen im Handel. Jahrzehntelange Zucht brachte Varianten wie Cobra, Tuxedo, Mosaik, Grass, Delta und viele weitere hervor.
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Größe und Lebenserwartung
Männchen erreichen etwa 3–3,5 cm Körperlänge, dazu kommt die große Schwanzflosse. Weibchen sind größer und kräftiger, meist 4–6 cm, mit kleinerer Schwanzflosse und einem dunklen Trächtigkeitsfleck nahe der Afterflosse, wenn sie tragend sind.
Guppys werden im Schnitt 2–3 Jahre alt. Zuchtmännchen mit sehr langen Flossen leben oft etwas kürzer. Stabile Temperatur, sauberes Wasser und ein Geschlechterverhältnis, das die Weibchen nicht dauerhaft unter Stress setzt, helfen, das obere Ende dieser Spanne zu erreichen.
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Beckengröße und Einrichtung
Ein 40-Liter-Becken ist das Minimum für eine kleine Gruppe, etwa ein Männchen mit zwei bis drei Weibchen oder eine reine Männchengruppe. Weil Guppys sich schnell vermehren, starten viele Aquarianer gleich mit 80 Litern. Wenn du sie mit anderen kleinen Arten kombinieren willst, hilft unsere Auswahl an Fischen für ein 40-Liter-Aquarium.
Guppys schwimmen in der oberen und mittleren Wasserschicht. Lass vorn freien Schwimmraum und bepflanze Rück- und Seitenbereiche dicht. Feinfiedrige Pflanzen und Schwimmpflanzen wie Hornkraut, Wasserfreund oder Froschbiss bieten Jungfischen Deckung.
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Wasserwerte
Guppys bevorzugen mittelhartes bis hartes, leicht alkalisches Wasser, wie es in vielen Regionen Deutschlands aus der Leitung kommt. Sehr weiches, saures Wasser ist eine häufige Ursache für Gesundheitsprobleme bei dieser Art. Nutze bei Bedarf einen Wasseraufbereiter und sieh in unserem Ratgeber zu den Wasserwerten im Aquarium nach, wenn deine Messwerte außerhalb der folgenden Bereiche liegen.
| Wasserwert | Zielbereich |
|---|---|
| Temperatur | 22–28 °C |
| pH-Wert | 7,0–8,0 |
| Gesamthärte (GH) | 8–18 °dH |
| Karbonathärte (KH) | 4–10 °dH |
| Ammonium/Ammoniak, Nitrit | nicht nachweisbar |
| Nitrat | unter 20 mg/l |
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Ernährung
In der Natur fressen Guppys Insektenlarven, kleine Krebstiere, Algen und Pflanzenreste. Im Aquarium eignet sich ein hochwertiges Mikroflocken- oder Granulatfutter (JBL, Sera, Tetra) als Basis. Ergänze es einige Male pro Woche mit Frost- oder Lebendfutter wie Artemia-Nauplien, Daphnien oder kleingeschnittenen Roten Mückenlarven und mit Spirulina-Futter für den pflanzlichen Anteil.
Füttere ein- bis zweimal täglich kleine Mengen, also so viel, wie in etwa einer Minute gefressen wird. Guppys wirken immer hungrig, und Überfütterung belastet kleine Becken schnell. Tragende Weibchen und wachsende Jungfische profitieren von etwas häufigeren, kleineren Portionen.
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Verhalten und Vergesellschaftung
Guppys sind friedlich und gesellig. Männchen balzen ununterbrochen und treiben die Weibchen. Ein Verhältnis von einem Männchen zu zwei bis drei Weibchen verteilt den Druck und senkt den Stress. Ein reines Männchenbecken ist eine gute Wahl, wenn du Farbe ohne Nachwuchs möchtest; ernsthafte Verletzungen untereinander sind selten.
Gute Mitbewohner sind kleine, friedliche Fische mit ähnlichen Wasseransprüchen: Platys, Endler, Panzerwelse, Antennenwelse und Ohrgitter-Harnischwelse, dazu Schnecken und erwachsene Garnelen (deren Nachwuchs wird teils gefressen, ebenso wie Guppy-Jungfische). Verzichte auf Flossenzupfer wie Sumatrabarben, auf Kampffische, die Männchenflossen angreifen können, und auf große Fische wie Skalare. Unser Ratgeber zu Guppy Mitbewohnern enthält Besatzbeispiele.
- Gut geeignet: Platys, Endler, Panzerwelse, Antennenwelse, Ohrgitter-Harnischwelse, Rennschnecken und Posthornschnecken
- Mit Vorsicht: Red-Fire-Garnelen (Nachwuchs wird gefressen), Salmler, die weiches Wasser bevorzugen
- Ungeeignet: Kampffische, Sumatrabarben und andere Flossenzupfer, Skalare, große Buntbarsche
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Guppy Vermehrung
Guppys zu vermehren ist fast ein Selbstläufer: Männchen und Weibchen zusammensetzen, der Nachwuchs folgt. Nach einer Tragzeit von etwa 4 Wochen bringt das Weibchen fertig entwickelte, sofort schwimmfähige Jungfische zur Welt, meist einige wenige bis mehrere Dutzend pro Wurf. Weibchen können Sperma speichern und aus einer Paarung mehrere Würfe bekommen. Ein einzeln gekauftes Weibchen kann also auch ohne Männchen im Becken Junge bekommen.
Erwachsene Guppys fressen Jungfische. Ob der Nachwuchs überlebt, hängt deshalb von Verstecken oder Trennung ab. Dichte Pflanzen und Schwimmpflanzen retten viele, ein separates Aufzuchtbecken noch mehr. Ablaichkästen helfen kurzfristig, stressen aber manche Weibchen. Füttere Jungfische mehrmals täglich mit zerriebenen Flocken, Staubfutter oder Artemia-Nauplien. Mehr dazu in unserem Beitrag Guppys züchten.
Guppys können schon mit 2–3 Monaten geschlechtsreif sein. Wer keine Bevölkerungsexplosion möchte, hält nur Männchen oder sucht Abnehmer für die Jungtiere, bevor sie geschlechtsreif werden.
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Häufige Krankheiten
Guppys aus Massenzuchten können Parasiten oder bakterielle Infektionen mitbringen. Setze Neuzugänge wenn möglich zwei bis vier Wochen in Quarantäne. In einem eingefahrenen Becken gehen die meisten Probleme auf Wasserqualität, Temperaturschwankungen oder zu weiches Wasser zurück.
Bei hartnäckigen oder sich ausbreitenden Problemen hilft ein fischkundiger Tierarzt. Halte dich bei jedem Mittel an die Packungsbeilage.
| Problem | Anzeichen | Erste Maßnahme |
|---|---|---|
| Weißpünktchenkrankheit | Weiße Punkte wie Salz, Scheuern | Siehe Ichthyo bei Fischen |
| Flossenfäule | Ausgefranste, kürzer werdende Schwanzflosse | Wasserqualität, dann Flossenfäule behandeln |
| Columnaris | Weiße, wattige Beläge, schneller Verlauf | Schnell handeln, Mittel nach Beilage |
| Camallanus-Würmer | Rote Fäden ragen aus dem After | Ganzes Becken nach Beilage entwurmen |
| Schaukeln (Shimmying) | Fisch wackelt auf der Stelle | Temperatur, Härte und Wasserqualität prüfen |
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Empfohlene Technik
Ein Schwammfilter ist im Guppybecken ideal, weil er biologisch filtert, ohne Jungfische anzusaugen; siehe unsere Auswahl der besten Schwammfilter. Dazu kommt ein zuverlässiger regelbarer Heizstab mit etwa 1 Watt pro Liter; in unserem Vergleich der besten Aquarium-Heizstäbe findest du Modelle mit genauem Thermostat.
Ergänze Tröpfchentests, eine Abdeckung und reichlich Pflanzen. Damit ist fast alles abgedeckt, was eine Guppygruppe braucht.
Beim Kauf lohnt ein genauer Blick ins Händlerbecken: Gesunde Guppys schwimmen aktiv, tragen die Flossen offen und fressen gierig. Meide Becken mit toten Tieren, eingeklemmten Flossen oder auffällig abgemagerten Fischen. Guppys aus regionaler Nachzucht sind oft robuster als Importware, weil sie bereits an mitteleuropäisches Leitungswasser gewöhnt sind.
Häufige Fragen
Häufige Fragen
Ist die Guppy Haltung für Anfänger geeignet?
Ja, Guppys gehören zu den einfachsten tropischen Fischen, sofern das Becken eingefahren, beheizt und gefiltert ist. Halte 22–28 °C bei mittelhartem, leicht alkalischem Wasser, wechsle wöchentlich etwa 25 % und füttere kleine Portionen. Am meisten unterschätzen Einsteiger, wie schnell sich Guppys vermehren.
Wie viele Guppys sollte man zusammen halten?
Mindestens drei, besser mehr. In gemischten Gruppen gilt ein Männchen auf zwei bis drei Weibchen, damit kein Weibchen ständig bedrängt wird. In 40 Litern sind fünf bis sechs erwachsene Tiere ein guter Start, wobei der Nachwuchs die Gruppe vergrößern wird.
Wie alt werden Guppys?
Guppys werden meist 2–3 Jahre alt. Zuchtmännchen mit sehr langen Flossen leben oft etwas kürzer. Stabile Temperatur, sauberes Wasser, abwechslungsreiches Futter und wenig Vermehrungsstress für die Weibchen verlängern ihr Leben.
Wie läuft die Guppy Vermehrung ab?
Guppys sind lebendgebärend: Nach etwa 4 Wochen Tragzeit bringt das Weibchen voll entwickelte Jungfische zur Welt, von wenigen bis zu mehreren Dutzend. Ein dunkler Trächtigkeitsfleck und ein eckig wirkender Bauch kündigen die Geburt an. Dichte Bepflanzung ist wichtig, weil die Alttiere Jungfische fressen.
Welche Fische passen zu Guppys?
Friedliche Fische ähnlicher Größe und Wasseransprüche: Platys, Endler, Panzerwelse, Ohrgitter-Harnischwelse und Antennenwelse, dazu Schnecken. Erwachsene Garnelen passen ebenfalls, ihr Nachwuchs wird aber teils gefressen. Ungeeignet sind Kampffische, Flossenzupfer wie Sumatrabarben und große Fische wie Skalare.
Quellen und Literatur
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