Steckbrief
- Handelsnamen
- Amanogarnele, Amano Garnele, Japanische Algengarnele, Yamato-Garnele
- Synonym
- Caridina japonica (alter, noch verbreiteter Name)
- Familie
- Atyidae (Süßwassergarnelen)
- Herkunft
- Küstennahe Flüsse in Japan und Taiwan
- Größe
- 3–5 cm, Weibchen größer
- Lebenserwartung
- 2–3 Jahre, oft länger
- Beckengröße
- ab 40 Liter
- Temperatur
- 20–27 °C
- pH-Wert
- 6,5–7,8
- Härte
- GH 6–15 °dH, KH 2–10 °dH
- Ernährung
- Allesfresser: Algen, Biofilm, Mulm, Futterreste
- Verhalten
- Friedlich, Gruppe ab 3–6 Tieren
- Schwierigkeit
- Leicht zu halten, sehr schwer zu züchten
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Amanogarnele im Überblick
Ihren Namen verdankt die Amanogarnele Takashi Amano, dem japanischen Aquascaper, der sie in den 1980er- und 1990er-Jahren als natürliche Algenbekämpfung in seinen Pflanzenaquarien bekannt machte. Jahrzehnte später ist sie noch immer die Standard-Algengarnele für Pflanzen- und Gesellschaftsbecken.
Sie ist größer, mutiger und langlebiger als die Red Fire Garnele und wird dank ihrer Größe von vielen kleinen und mittelgroßen Fischen in Ruhe gelassen. Der Haken: Im Heimaquarium vermehrt sie sich praktisch nie. Jede Amano im Handel stammt aus der Natur oder aus spezialisierter Nachzucht.
- Becken: ab 40 Liter, bepflanzt und eingefahren
- Gruppe: 3–5 Tiere in 40 Litern, in größeren Becken etwa ein Tier pro 10 Liter
- Abdeckung: Pflicht, Amanos klettern an Schläuchen hinaus
- Filter: Ansaugschutz oder Schwammfilter
- Futter: Algen, dazu Tabletten oder Granulat, wenn Algen fehlen
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Herkunft und Lebensraum
Caridina multidentata, lange als Caridina japonica gehandelt, lebt in kurzen, schnell fließenden Küstenflüssen Japans und Taiwans. Die erwachsenen Tiere halten sich im Süßwasser zwischen Steinen und Pflanzen auf, doch die Art ist amphidrom: Die Weibchen entlassen Larven, die flussabwärts ins Meer treiben, sich dort entwickeln und als Jungtiere wieder flussaufwärts wandern.
Dieser Lebenszyklus erklärt zwei Eigenschaften im Aquarium: Die Amano ist robust und an wechselnde Bedingungen gewöhnt, kann ihre Entwicklung im reinen Süßwasser aber nicht abschließen.
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Größe und Lebenserwartung
Die Größe ist einer ihrer größten Vorteile. Erwachsene Tiere erreichen meist 3–5 cm, Weibchen liegen am oberen Ende. Weibchen zeigen an der Flanke eine durchgehende Strichlinie und eine breitere Unterseite zum Tragen der Eier; Männchen sind kleiner und haben gleichmäßig verteilte Punkte.
In einem stabilen Becken kannst du mit 2–3 Jahren rechnen, und viele Aquarianer berichten von deutlich älteren Tieren. Der Körper ist durchscheinend grau mit bräunlichem oder bläulichem Ton und nimmt etwas Farbe vom Futter an.
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Beckengröße und Einrichtung
Ein 40-Liter-Aquarium ist ein sinnvolles Minimum für eine kleine Gruppe. Amanos durchstreifen das ganze Becken auf Futtersuche, und mehr Volumen bedeutet auch mehr Algen und Biofilm. Ein 80-Liter-Becken mit 5–8 Amanos ist ein Klassiker im Pflanzenaquarium; passende Modelle findest du in unserem Vergleich zum besten 80-Liter-Aquarium.
Setze sie nur in ein vollständig eingefahrenes Becken: Einmal eingewöhnt sind sie robust, reagieren aber empfindlich auf Ammonium, Nitrit und Kupfer. Biete Pflanzen, Wurzeln und Steine zum Klettern und Abweiden. Eine dicht schließende Abdeckung ist Pflicht, denn Amanos klettern an Heizstabkabeln und Filterschläuchen hinaus, besonders in den ersten Tagen oder bei schlechtem Wasser.
Jeder Filter eignet sich, wenn der Ansaugbereich mit Schaumstoff gesichert ist. Ein Schwammfilter dient zusätzlich als Weidefläche, und man sieht Amanos oft beim gründlichen Abputzen.
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Wasserwerte
Amanos tolerieren eine größere Spanne als die meisten Garnelen und passen deshalb gut ins Gesellschaftsbecken. Behandle Leitungswasser mit einem Wasseraufbereiter, halte die Temperatur stabil und vermeide große, abrupte Wasserwechsel, die stressige Häutungen auslösen. Wie du GH und KH richtig deutest, erklärt unser Ratgeber zu den Wasserwerten im Aquarium.
| Wert | Zielbereich |
|---|---|
| Temperatur | 20–27 °C |
| pH-Wert | 6,5–7,8 |
| GH (Gesamthärte) | 6–15 °dH |
| KH (Karbonathärte) | 2–10 °dH |
| Ammonium / Nitrit | 0 mg/l |
| Nitrat | unter 20 mg/l |
Wie alle Garnelen verträgt die Amano kein Kupfer, das in vielen Mitteln gegen Weißpünktchen und Parasiten steckt. Fange die Garnelen vor einer Behandlung heraus oder wähle ein ausdrücklich wirbellosenverträgliches Präparat.
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Ernährung und Wirkung gegen Algen
Die Ernährung ist der Hauptgrund, warum Amanos gekauft werden. Sie fressen Fadenalgen, weiche Grünalgenbeläge, Biofilm, Futterreste und abgestorbene Pflanzenteile und kämmen Moose und Stängelpflanzen mit ihren kleinen Fächerscheren durch. Eine Gruppe kann ein Pflanzenbecken innerhalb weniger Wochen von Fadenalgen befreien.
Bleib realistisch: Harte grüne Punktalgen lassen sie weitgehend stehen, und gegen Pinselalgen sind sie kein verlässliches Mittel, auch wenn einzelne Tiere daran zupfen. Die Ursache einer Algenplage, meist zu viel Licht oder zu viele Nährstoffe, beheben sie ohnehin nicht.
Werden die Algen knapp, füttere zu: Algentabletten, Garnelengranulat, überbrühte Zucchini oder Spinat einige Male pro Woche. Im Gesellschaftsbecken stibitzen sie außerdem Bodenfutter für Panzerwelse oder Harnischwelse. Hungrige Amanos knabbern auch an weichen Blättern, deine Pflanzen sind also ein guter Indikator.
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Verhalten und Vergesellschaftung
Amanos sind friedlich gegenüber Fischen und anderen Wirbellosen, beim Füttern aber recht dreist und schnappen langsameren Mitbewohnern, auch Red Fire Garnelen, das Futter weg. Sie sind tagaktiv und deutlich präsenter als kleine Garnelen.
Ihre Größe schützt sie vor vielen kleinen Fischen. Salmler, Bärblinge, Otocinclus, Panzerwelse, Zwergfadenfische und die meisten Kampffische lassen erwachsene Amanos in Ruhe. Große Buntbarsche, ausgewachsene Skalare, Goldfische und die meisten Schmerlen fressen sie. Die vollständige Liste findest du im Ratgeber Garnelen vergesellschaften.
- Gute Mitbewohner: kleine Salmler, Bärblinge, Otocinclus, Panzerwelse, Rennschnecken, Red Fire
- Je nach Tier: Kampffisch, Zwergfadenfisch, junge Skalare
- Ungeeignet: große Buntbarsche, Goldfische, Prachtschmerlen, Kugelfische
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Amanogarnelen vermehren
Amano-Weibchen tragen im Aquarium regelmäßig Eier, was viele Halter überrascht. Nach etwa 4–6 Wochen schlüpfen winzige Larven. In der Natur treiben sie ins Meer; im Süßwasser sterben sie innerhalb weniger Tage, sodass sich nie eine Population von selbst aufbaut.
Die Nachzucht ist möglich, aber anspruchsvoll: Die Larven müssen in Brackwasser überführt, der Salzgehalt schrittweise auf Meerwasserniveau angehoben, die Tiere mehrere Wochen mit Mikroalgen gefüttert und die Jungtiere nach der Metamorphose langsam wieder an Süßwasser gewöhnt werden. Das ist ein Projekt für erfahrene Züchter, nichts für das Gesellschaftsbecken.
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Häutung und Gesundheit
Gesunde Amanos häuten sich alle paar Wochen und hinterlassen eine durchsichtige, intakte Exuvie. Lass sie im Becken, damit die Mineralien recycelt werden. Wiederholte Häutungsprobleme oder eine Garnele, die im alten Panzer feststeckt, deuten meist auf eine zu niedrige GH oder abrupte Schwankungen hin.
Der Transport setzt Amanos stark zu. Gewöhne sie 1–2 Stunden per Tröpfchenmethode ein, wie im Ratgeber zum Eingewöhnen von Fischen beschrieben. Einzelne Verluste in den ersten Tagen sind bei geschwächten Tieren nicht ungewöhnlich. Sterben später mehrere Tiere, miss sofort Ammonium und Nitrit und lies unseren Artikel zur Ammoniakvergiftung, der dieselben Wasserprobleme behandelt.
| Problem | Typische Anzeichen | Erste Maßnahme |
|---|---|---|
| Häutungsprobleme | Garnele steckt im alten Panzer, weißer Ring hinter dem Kopf | GH und KH prüfen, große Wasserwechsel vermeiden |
| Wasserqualität | Trägheit, hektisches Schwimmen, mehrere Todesfälle | Ammonium und Nitrit messen, Teilwasserwechsel |
| Kupferbelastung | Plötzliche Todesfälle nach Medikament oder Dünger | Großer Wasserwechsel, Aktivkohle |
| Ausbrechen | Garnele vertrocknet außerhalb des Beckens | Lücken um Schläuche schließen, Wasser stabil halten |
| Hunger | Garnelen knabbern an Pflanzenblättern | Tabletten oder überbrühtes Gemüse füttern |
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Empfohlene Ausstattung
Amanos brauchen dieselbe Grundausstattung wie andere Garnelen: Ansaugschutz oder Schwammfilter, Wasseraufbereiter, eine dichte Abdeckung und einen Tropftest inklusive GH und KH. Ein zuverlässiger Heizstab hilft, wenn die Raumtemperatur stark schwankt.
Sollen die Amanos ein Algenproblem lösen, nimm auch die Beleuchtung unter die Lupe. Eine steuerbare LED aus unserem Vergleich der besten Aquarium-Beleuchtung mit 6–8 Stunden Beleuchtungsdauer beugt Algen wirksamer vor als jede Putzkolonne.
Häufige Fragen
Häufige Fragen
Wie groß wird eine Amanogarnele?
Ausgewachsene Amanogarnelen werden etwa 3–5 cm lang. Weibchen sind größer und erreichen das obere Ende, Männchen bleiben meist bei 3–4 cm. Damit ist die Amano deutlich größer als die Red Fire und für die meisten kleinen Gesellschaftsfische zu groß, um gefressen zu werden.
Was fressen Amanogarnelen?
Sie fressen Faden- und Weichalgen, Biofilm, Mulm, Futterreste und abgestorbene Pflanzenteile. Wenn die Algen aufgebraucht sind, füttere einige Male pro Woche Algentabletten, Garnelengranulat oder überbrühtes Gemüse. Gegen harte Punktalgen richten sie wenig aus, und gegen Pinselalgen sind sie kein verlässliches Mittel.
Wie viele Amanogarnelen gehören in ein Aquarium?
Mindestens 3, besser 5 oder mehr, denn in der Gruppe sind sie sicherer unterwegs. Als Faustregel gilt etwa eine Amano pro 10 Liter im Pflanzenbecken: 3–5 Tiere in 40 Litern, 6–8 in 80 Litern. Zu viele Amanos in einem algenarmen Becken bedeuten, dass du regelmäßig zufüttern musst.
Kann man Amanogarnelen mit Red Fire Garnelen halten?
Ja. Die beiden Arten kreuzen sich nicht und haben die gleichen Ansprüche an das Wasser. Amanos sind größer und beim Futter dominant, verteile es also im Becken und gib genug für alle. Eine erwachsene Amano frisst eventuell ein schwaches oder totes Jungtier, jagt aber keine gesunden Jungtiere.
Warum vermehren sich meine Amanogarnelen nicht?
Ihre Larven brauchen Salzwasser für die Entwicklung. Weibchen tragen im Aquarium oft Eier und entlassen Larven, doch diese sterben im Süßwasser innerhalb weniger Tage. Für eine Zucht müssen die Larven in Brack- und dann Meerwasser, wochenlang Mikroalgen bekommen und als Jungtiere wieder an Süßwasser gewöhnt werden.
Quellen und Literatur
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